Montclare - Erbe des Grauens (1982)

Filme mit KS-Musik
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Senfei
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Montclare - Erbe des Grauens (1982)

Beitrag von Senfei » Fr 13. Mär 2015, 21:11

Ich bin mal so frei und eröffne hier einen weiteren Thread.
Wundert mich ein wenig, dass dieser starke Mystery-Horror-Streifen hier bei den Filmmusiken noch keine Erwähnung fand.
Der englische Titel: Next of Kin
Auch zu finden unter: Montclare - Haus der Schreie
Ein atmosphärisch sehr dichter Horrofilm, der schon allein in der Anfangssequenz durch den wunderbar passenden Soundtrack echte Gänsehaut vermittelt.
Sogar Quentin Tarantino himself soll diesen Film zu seinen Lieblingsstreifen zählen.
Musikalisch dicht an "Dig it" ! Bild und Ton verschmelzen hier zu einem wahren Gesamterlebnis.

Gruß, dat Senfei

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Till
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Re: Montclare - Erbe des Grauens (1982)

Beitrag von Till » Sa 14. Mär 2015, 15:28

Ich habe gerade auf YouTube den Trailer unter "Montclare - Erbe des Grauens" gefunden und gesehen. Da hört man "Death of an Analogue" aber auch unbekannte Musik. Ich sehe mir nie Horrorfilme an, aber die Kameraperspektiven waren sehr gut gemacht. Und am Ende hatte ich Gänsehaut. Die Musik passt wirklich im Trailer sehr gut zu dem was man sieht. Ist die im Film auch so überdurchschnittlich laut reingemischt wie im Trailer?

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Senfei
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Re: Montclare - Erbe des Grauens (1982)

Beitrag von Senfei » So 15. Mär 2015, 01:20

Till hat geschrieben:Ich habe gerade auf YouTube den Trailer unter "Montclare - Erbe des Grauens" gefunden und gesehen. Da hört man "Death of an Analogue" aber auch unbekannte Musik. Ich sehe mir nie Horrorfilme an, aber die Kameraperspektiven waren sehr gut gemacht. Und am Ende hatte ich Gänsehaut. Die Musik passt wirklich im Trailer sehr gut zu dem was man sieht. Ist die im Film auch so überdurchschnittlich laut reingemischt wie im Trailer?
Hallo Till,
ja die Musik ist in weiten Teil des Films eher laut als leise und erscheint dadurch noch eindringlicher.
Bei Youtube gibt es die Original-Version (englisch) sogar komplett zu sehen. https://www.youtube.com/watch?v=n9ptDJpDbyM
Schon im Vorspann bzw. der Eingangssequenz kommt die Musik voll zur Geltung. Eine perfekte Symbiose von Bild und Ton.
Dazu fällt mir Michael Mann's "The Keep" (Die unheimliche Macht) ein, versehen mit einem sehr starken Soundtrack von Tangerine Dream.
Da sind die ersten 6 Minuten atmosphärisch ähnlich wirkungsvoll. https://www.youtube.com/watch?v=80xrXMmprWc

Gruß, dat Senfei

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The Bishop
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Re: Montclare - Erbe des Grauens (1982)

Beitrag von The Bishop » Mo 16. Mär 2015, 00:36

Huch, hab ich tatsächlich vergessen, dabei hab ich vor längerem schon was darüber geschrieben...

Next of Kin [dt. Montclare – Erbe des Grauens] (1982) ist ein australischer Thriller des Neuseeländers Tony Williams, bei dem Klaus Schulzes Musik hervorragend die Stimmung trifft und verstärkt.

Zur Handlung:
Eine junge Frau erbt ein Altersheim nebst Insassen, irgendwo im australischen Outback. In den Tagebüchern ihrer verstorbenen Mutter findet sie Hinweise, dass da irgendwas vor sich geht, und schon bald gibt es die ersten zwielichtigen Figuren und ungeklärten Todesfälle. Am Ende bleibt ihr nur die Flucht und ein packender Kampf ums nackte Überleben.

Zur Musik:
Für die Filmmusik wurde größtenteils auf bereits veröffentlichtes Material von Klaus Schulze zurückgegriffen und wahrscheinlich nur wenige Sequenzen direkt für den Film komponiert.
Das DVD-Menü wird hinterlegt von Death Of An Analogue, welches als Hauptthema des Filmes fungiert. Hier wird eine kurze Schleife wiederholt, ergänzt um Soundeffekte wie Windgeheul und Blitzschläge. Im Menü „Extras“ ist ebenfalls Death Of An Analogue zu hören, hier jedoch ergänzt um gruseliges Monstergeheul. Ein weiters Untermenü „Original Aushangfotos“ zeigt eine Diashow von Filmbildern, unterlegt von einer unbekannten Sequenz, die vermutlich nicht von KS stammt. Eine weitere Diashow namens „Poster & Artwork“ wird ebenfalls von instrumentaler Musik unterlegt, die nicht nach KS klingt. Da Klaus Schulze offensichtlich nichts mit der DVD-Veröffentlichung zu tun haben dürfte, wurde hier wohl irgendwelche verfügbare Musik benutzt.
Der Film selbst beginnt direkt mit dem Stück Death Of An Analogue, welches eine Flashforward-Szene zum Filmende unterlegt, die dann in den Vorspann übergeht. Nach einigen musikfreien Szenen erklingt Georg Trakl und begleitet die Hauptdarstellerin bei der Sichtung ihres Erbes. Hier liest sie auch zum ersten Mal im Tagebuch ihrer Mutter. Später in einer Traumsequenz ertönt eingeleitet durch Death Of An Analogue eine unbekannte sphärische Musik, die ich mal Traumsequenz nennen möchte. Der Tote in der Badewanne wird gekonnt mit einem Stück des gruseligen Anfangs von Dune unterlegt. Die Protagonistin begegnet einer alten Jugendliebe wieder, dafür bietet wiederum Georg Trakl die passende, romantische Hintergrundmusik. Als sie in einem Wald plötzlich einen unheimlichen Fremden in der Ferne erblickt, kommt wieder das Hauptthema Death Of An Analogue zum Einsatz. Danach hört man in mehreren Szenen Ausschnitte aus dem sphärischen Anfang von Silent Running. Es folgen einige Passagen aus Schwanensee II, mit denen eine Traumsequenz und eine Liebesszene hinterlegt werden. Als es schließlich bedrohlicher und hektischer wird, kommt eine flotte Sequenz zum Einsatz, die an Gem erinnert. Als die Hauptdarstellerin fliehen muss, wird dies gekonnt von Ludwig II Von Bayern begleitet. Die Konfrontation mit dem Bösewicht des Films bringt nochmals Silent Running und Death Of An Analogue zu Gehör. Die panische Flucht wird erneut von Gem begleitet, lediglich der letzte Showdown wird von sphärischer Musik unbekannter Herkunft vertont. Das Ende des Films und die Endtitles bringt noch einmal das Hauptthema Death Of An Analogue in moderater Länge.

Fazit:
Klaus Schulzes Musik passt hervorragend zu diesem 80er-Jahre B-Thriller, es wurden damals aktuelle Titel verwendet, die meistens gruselig wirken oder durch ihre Monotonität die Handlung vorantreiben. In THE WORKS wird erwähnt, dass Gem eigens für Next of Kin komponiert wurde, die verwendete Musik aber ist nicht exakt wie der Bonustitel der AUDENTITY, sondern erinnert nur daran, vermutlich eine Alternativversion.
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