Interview 2005

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The Bishop
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Interview 2005

Beitrag von The Bishop » Do 17. Feb 2011, 23:13

Hier ein nettes Interview mit KS auf "Terrorverlag"

http://www.musik.terrorverlag.de/interviews.php?id=319
"Wenn einer absolut keine Ahnung hat - einfach mal die Fresse halten!" Dieter Nuhr

ambient
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Re: Interview 2005

Beitrag von ambient » So 20. Feb 2011, 20:20

aber sicher doch olaf
hier nurn das interview,

Habe hier einen Zeitungsausschnitt von 2005 gefunden
Quelle popkultur
Tippzeit eine Stunde !! Ich hoffe ihr wisst das zu würdigen

Klaus Schulze; Das Werk des Elektromusikers wird neu aufgelegt
Von Olaf Neumann.
Techno – mit diesem Begriff assozieren die meisten ausgelassene und schrill gekleidete junge Menschen auf der Love Parade in Berlin. Verfolgt man das musikalische Phönomen Techno einmal zurück zu den Wurzeln, landet man irgendwann in einem Dorf namens Oldau unweit der Stadt Celle.Mitten in seinem eigenen Wald und nur erreichbar über eine staubige Piste resiediert Klaus Schulze, der weltweit als „Pope Of Electronics“ verehrte Musiker.
Seit 35 Jahren schreibt der Exzentriker kontinuierlich Musikgeschichte. Wollte man in den Siebzigern up to date sein, muste man etwas von Neutöner Schulze im Plattenregal haben. Auf dem Doppelalbum „Cyborg“ von 1973 verschmolz er klassische und elektronische elemente mit Hilfe von Tranistoren und Magnetströmungen. Für „Timewind“ erhilet er 1976 den Grand Prix Internatinoal Du Disque. Eine Ehre, die zuvor nur Jimi Hendrix und Pink Floyd zuteil wurde.
Die Techno-Welle spülte ihn Anfang der Neunziger wieder nach oben. Für die neue Geneartion der DJs und Remixer war er plötzlich der „Godfahter Of Techno“ Ich finde das, was die Kids heute machen – Drum´n Bass, Dub TrioHop und House – auch gut“, sagt der Mittlerweile 58-Jährige.“Sven Väth erwähnt ja in jedem zweiten Interview, das es ohne mich Techno niemals gegebn hätte. Das ist zwar ein bisschen übertrieben, freit mich aber trotzdem.
60 Alben hat der Elektroniker bis heute veröffentlicht. Die Musikindustrie ist von solch einem Schaffensdrang überfordert und so hat das kleine, aber feine Progressive-Label InsideOut aus dem westfälischen Kleve sich die Neuauflage des Schulze-Gesamtwerks auf die Fahnen geschrieben:Alle drei Monate darf sich der geneigte Hörer auf vier runderneuerte Schulze-Scheiben inklusive Bonusmaterial freuen. Die Macher müssen zusehen, das sie hinterher kommen. Denn aus dem Maestro sprudelt die Musik nur so heraus, so dass er zwischen den regulären Alben immer wieder opulente Boxen auf den Markt wirft. Bisheriger Höhepunkt war die „Ultimate Edition“ mit 60 Stunden unveröffentlichter Schulze-Musik verteilt auf sage und schreibe 50 Cds.
Sein Einfluss auf ganze Generationen zeitgenössischer Musiker hat mittlerweile kosmische Dimensionen angenommen. Wer sich für hypnotische Keybords Moogs und Midis interissiert, kommt an Schulzes Synthesizer-Welt nicht vorbei. Von dem modernen Klassiker „Are You Sequenced“ gab es 1996 eine Clubversion. Renomierte Remixer wie Thomas Fehlmann von The Orb und der Frankfurter Eelektroniktüftler Peter Kuhlmann alias Pete Namlook drehen Schulzes elegische Klänge auf links. Das Ergebnis ist eine Synthese aus analogen „Sounds“ und State –of –the-art-Studiotechnik. „Aber eigentlich möchte meine Fangemeinde Schulze lieber im Original hören“, weiß Klaus Schulze aus Erfahrung.
Im Gespräch ist er ausschweifend - wie seine Musik – und seine Berliner-Schnauze hat er sich auch nach drei Jahrzehnten in Norddeutschland nicht abgewöhnt. Der Klangpohet lent zwar abgeschieden, aber er ist nicht weltfremd. Dass die Musiklandschaft immer mehr verödet, liege nicht an den vorhandenen Künstlern, sondern vor allem an den eingleisigen Programmen der großen Plattenfirmen. Ein interessamter Nachwuchsmusiker habe heute kaum eine Chance, an einen Majorvertrag heranzukommen, weiß Schulze, der 1980 die NDW-Band Ideal entdeckt und auf seinem IC-Label veröffentlichte.“Irgendwann wird es nur noch eine einzige Plattenfirma geben, die dir genau vorschreibt, was du hören sollst“ befürchtet der Kultmusiker mit dem Allerweltsnamen.
Wer oder was gibt ihm in Zeiten des Mega Mainstreams noch Kicks ? „Ich bin fasziniert von virtuellen Instrumenten. Mit Hilfe der Computertechnik kannst du aus einer Flöte ein Saxofon machen. Das ist ein irrsinniger Spaß.Die Moog-Synthesizer von früher konnten das nicht. Diese ollen Geräte waren jeden Tag anders drauf, ein einmal gefundener Klang ließ sich später nicht wiedeherstellen“
Auf der Bühne, die er heute nur noch bei besonderen Gelegenheiten betritt, schwört er aber nach wie vor auf analoge Technik. Mit Maus und Tastatur“kann man nicht abfahren“ und deshalb gibt es für den Live-Künstler Schulze auch kein Gerät, das den Moog als Soloinstrument ersetzten könnte. Seine letzte zusammen hängende Tournee liegt mittlerweile 20 Jahre zurück. Juckt es ihm da nicht langsam in den Fingern ?. Das bringt´s einfach nicht mehr“ sagt Klaus Schulze und er lächelt dabei.
To be lost in Reverie
Niemand ist so verrückt, das er nicht noch einen verrückteren findet, der ihn versteht.
(Friedrich Nietzsche)

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Tobias
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Re: Interview 2005

Beitrag von Tobias » Di 7. Aug 2012, 10:50

The Bishop hat geschrieben:Hier ein nettes Interview mit KS auf "Terrorverlag"
http://www.musik.terrorverlag.de/interviews.php?id=319
Es ist wirklich sehr ausfühlich und informativ - und teilweise sogar ungewöhnlich persönlich.

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