DVD: Rheingold (2008)

offizielle DVDs von KS
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Bewertung DVD: Rheingold (2008)

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The Bishop
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DVD: Rheingold (2008)

Beitrag von The Bishop » Sa 12. Feb 2011, 19:15

FILM-INFO

Artist: Klaus Schulze
Titel: Rheingold
Recorded: 2008
Performed: KS, Lisa Gerrard (vocals)

Titel:
1) Alberich (24:54)
2) Loreley (39:35)
3) Wotan (10:03)
4) Wellgunde (14:56)
5) Nothung (11:20)

Trailer : http://www.metacafe.com/watch/yt-QqJ5hz ... l_trailer/

Bemerkungen:
Doppel-DVD mit dem Konzert auf der Loreley 2008 und einigen Dokumentationen. Gab es auch als Deluxe Edition inkl. Doppel-CD.

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The Bishop
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Rezension

Beitrag von The Bishop » Sa 23. Apr 2011, 19:41

Wenn ein Künstler wie Klaus Schulze nach über 40 Jahren die erste (richtige) DVD herausbringt, erwartet man schon etwas Besonderes. Und mit der Deluxe Edition von Rheingold hat man auch wirklich etwas Besonderes in Händen. Eine Doppel-DVD des Live-Konzertes inkl. 1std. Making of inkl. 1std. Interview inkl. Doppel-CD inkl. Bonus-Track, verpackt in eine geschmackvoll gestaltete DVD-Klapphülle im Schuber, schönes Artwork, Booklet mit vielen Fotos, Infos und Texten. Macht schon was her - und das bereits, ohne einen der Silberlinge herausgenommen zu haben.

Und was erwartet man von einem Künstler, dessen Musik prädestiniert wenn nicht sogar darauf angewiesen ist, klanglich Maßstäbe zu setzen - natürlich einen Surround-Sound der Extraklasse. Und als Augenzeuge des Konzertes kann ich sagen - wow! Die ganze Atmosphäre, das Feeling, die Klangteppiche, die kristallklare Stimme von Lisa Gerrard - alles findet sich relativ unbearbeitet und authentisch auf der ersten DVD. Knapp 2 Stunden der anspruchvollsten elektronischen Musik, gepaart mit Lisas beeindruckender Stimme, gewürzt mit Klaus' Herz erwärmenden Zwischenbemerkungen, Gesten, Grimassen für die wir ihn ebenso lieben, wie für seine Musik.

Man stelle sich nur einmal vor, nach 7-jähriger Bühnenabstinenz vor ein Publikum zu treten, ohne eigentlich zu wissen, welche Musik man spielen wird. Sicher hat Klaus seine Sequenzen vorbereitet, seine Presets programmiert und vielleicht auch schon eine Vorstellung im Hinterkopf, wie er anfangen wird - doch wohin es ihn dann führt, weiß er selbst nicht so genau. Mal ist die Stimmung für eine längere Einleitung gut, mal kommt er lieber gleich zur Sache, mal sind die Zuhörer unkonzentriert, mal kann man die berühmte Stecknadel fallen hören. Dann noch im Zusammenspiel mit einer außergewöhnlichen Sängerin wie Lisa Gerrard, die ebenso das Improvisationsspiel liebt - wohin mag das führen.

Eigentlich ist Klaus Schulze einer der wenigen Künstler, die wirklich Live-Musik machen. Ja-nee-is-klar. Doch ob es nun Pop oder Rock oder Klassik ist, es gibt fast immer eine Songliste bzw. Partitur, die vorgetragen wird. Im Jazz wird schon mal improvisiert oder gejammt wie man so schön sagt. Dennoch geht der Fan zu einem Genesis-Konzert oder zu Robbie Williams oder in die Oper und weiß im Prinzip, was ihn erwartet. Okay, die Reihenfolge der Hits kann überraschen, oder man ärgert sich, dass das Lieblingslied fehlt, oder der Tenor ist außergewöhnlich gut - dennoch wird ein Programm geboten, dass morgen in der nächsten Stadt (fast) genauso wiederholt wird.
Doch wer zu Klaus Schulze geht, erwartet nicht unbedingt Stardancer oder Weird Caravan zu hören. Man erwartet nicht, das letzte Album Farscape präsentiert zu bekommen oder ein Best of-Medley. Man erwartet vielleicht eine gewisse Stimmung, eine bestimmte Rhythmik oder einige Klänge, die man mag. Das ist aber schon alles - der Klaus Schulze-Fan ist eigentlich offen für alles. Und auf alles gefasst.

Das Loreley-Konzert war nahezu perfekt in Klang, Musik, Stimmung und Länge. Es gab ein typisches KS-Stück zu Anfang, ein beeindruckendes Duet (oder Duell :-)) mit Lisa und dann noch 3 Zugaben. Für jeden etwas dabei. Die DVD liefert das alles ungekürzt und ungeschnitten, von dem etwas wackligen Auftritt von Klaus, seinen wie immer heiteren Worten zwischendurch, dem unerwarteten Applaus, der Klaus' erstes Stück unverhofft abbrach bis zu den Zwischenrufen des Publikums, und natürlich die Musik in voller Länge in hervorragendem 5.1-Klang.

DVD 2 wartet dann mit einem gewollt konfusen Making of der DVD und einem Interview auf, dass KS mit Steven Wilson von Porcupine Tree führte - beides je 1 Stunde lang. Und wie gewohnt präsentiert sich Klaus unprätentiös, chaotisch und witzig. Wenn da ein Zug durch die Aufnahme lärmt, lässt man eben laufen und Klaus grinsen, oder wenn er mitten im Satz meint, eine der ekligen englischen Fliegen erschlagen zu müssen, schaut man eben dabei zu. Bei jedem anderen Künstler würde so etwas herausgeschnitten. Aber so ist das halt mit Klaus...

Dazu bietet die Deluxe Edition das gesamte Konzert als Doppel-CD in hervorragendem Klang inkl. dem Bonustrack Nibelungen.

Fazit: eine fantastische DVD, für KS-Fans ein Muss, für die, die bei der Loreley dabei waren ein Doppel-Muss
"Wenn einer absolut keine Ahnung hat - einfach mal die Fresse halten!" Dieter Nuhr

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hook
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Re: DVD: Rheingold (2008)

Beitrag von hook » Di 24. Mai 2011, 14:30

Das Interview ist wirklich sehr gut, informativ, offen, nicht so´n PR-Mist. Der Mann ist eben einmalig.

hook

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Re: DVD: Rheingold (2008)

Beitrag von DerTiefStapler » Fr 7. Okt 2011, 16:44

hook hat geschrieben:Das Interview ist wirklich sehr gut, informativ, offen, nicht so´n PR-Mist. Der Mann ist eben einmalig.

hook
Und zutiefst sympathisch...

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Krass
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Re: DVD: Rheingold (2008)

Beitrag von Krass » Do 3. Nov 2011, 05:34

ich muss gestehen mich interessiert immer nur die Musik und nicht der Mensch der sie macht.
Auch weil das der Musik oft die Grösse nimmt

Ich habe hier "auf La Vie Elektronique 1" auf der ersten CD am Ende ein ganz kurzes Statement an und von Klaus Schulze,
Anfang der 70er? Da hören sich alle an als haben sie sonst was geraucht....
Eine gewisse Intelligenz ist an Klaus seinem Kommentar aber auch zu sehen.

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Re: DVD: Rheingold (2008)

Beitrag von Krass » Di 14. Feb 2012, 00:17

So da bin ich wieder.

Habe heute meine Rheingold Luxus Edition bekommen und gleich ausgepackt.

Die Verpackung finde ich etwas negativ. Ich hatte einen unglaubliche Mühe irgendwie die CDs und DVDs heraus zu bekommen ohne was kaputt zu machen.
Habe alles in Extra Cases gesteckt. Wie ich es bei solchen Verpackungen immer mache.

Die erste Rheingold CD kam dann in Surround Sound ganz anders rüber als ich es von den Audioablegern in Erinnerung hatte.
Ich war sehr begeistert von dem Konzert und konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.
Wenn ich Klaus unbeholfen und wohlwollend mit dem Publikum sprechen oder Gesten geben sah.
Der Meister scheint ein liebenswerter harmonischer Mensch zu sein.
Deshalb spielt er wohl auch keinen Punk. :D

Der ganze Ruhm ist ihm nicht zu Kopfe gestiegen. So natürlich. Kein Stück Arroganz.
Ein Star der bei seinen Fans ist. Ich muss sagen dieser Klaus gefällt mir sehr gut.

Die Zweite DVD sehe ich dann morgen.

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The Bishop
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Re: DVD: Rheingold (2008)

Beitrag von The Bishop » Di 14. Feb 2012, 11:08

Krass hat geschrieben: Deshalb spielt er wohl auch keinen Punk. :D
Also, wenn ich da an manche Minimoogsolo-Exzesse denke...das ist schon irgendwie Punk. Und in Interviews hat Klaus ja auch schon gesagt, dass ihr erstes TD-Album eigentlich auch schon Punk war...erstmal alle Strukturen kaputt machen, um dann was neues entstehen zu lassen. Zum Glück ist sowas Wunderschönes daraus entstanden... :oops:
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Re: DVD: Rheingold (2008)

Beitrag von Krass » Di 14. Feb 2012, 19:17

The Bishop hat geschrieben:
Krass hat geschrieben: Deshalb spielt er wohl auch keinen Punk. :D
Also, wenn ich da an manche Minimoogsolo-Exzesse denke...das ist schon irgendwie Punk. Und in Interviews hat Klaus ja auch schon gesagt, dass ihr erstes TD-Album eigentlich auch schon Punk war...erstmal alle Strukturen kaputt machen, um dann was neues entstehen zu lassen. Zum Glück ist sowas Wunderschönes daraus entstanden... :oops:
Stimmt, das mit Electronik Meditation hatte ich schon ganz vergessen.
Aber Klaus war ja auch in vielem der Vorreiter.
Vergleiche auch den durchgehenden Puls bei den Anfangsaufnahmen 20 Jahre vor Techno.

Edit:

The Real World of Klaus Schulze verfestigt den Eindruck den ich vom Konzert hatte.
Liebenswerter Mensch. Naturgemäss kommt er mitlerweile etwas Grossväterlich rüber.

Das Interview ist leider in Englisch. Von daher kann ich da nicht viel zu sagen.
Da ich nicht viel Englisch kann. Schade.
Eine Deutsche Untertitlung wäre für Fans schön gewesen.
Klaus indess scheint keine Probleme mit der Sprache zu haben.

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