ultra viele produktionen

von Jarre bis Schiller
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CHRIS LANG
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ultra viele produktionen

Beitrag von CHRIS LANG » So 30. Okt 2011, 09:08

hallo freunde,

ich muss ehrlich zugeben, ich bin gar nicht mehr auf neusten stand, was emu betrifft.
es gibt so viele leute,
die zu hause einen synthesizer park stehen haben,
und musik machen,
allein schon auf der plattform youtube....
was früher finanziell unmöglich war - kann sich jeder haushalt heute leisten.
synthesizer - die vor jahren tausende von dm oder euro kosteten,
sind auf ebay für wenige scheine gebraucht zu bekommen,
und musiksoftware für den pc - gibt es gratis als freeware
oder -unsolider- auf tauschboersen.
heute kann in prinzip jeder musikmachen, der sich an den klangmaschinen versuchen möchte.
was früher klaus schulze, tangerine dream leisteten,
mit tonnen von equipment,
kann heute ein kleiner pupslaptop mit vst moog und mellotron. :lol:

ob man sich nicht irgendwann einmal satthört :roll: :?:
was meint ihr dazu....
geht es euch auch manchmal so - als ob die luft raus ist....
ich vergleiche das immer damit, wenn ich die massen der autos auf der strasse sehe,
jeder hat ein solches, es ist nichts besonderes mehr....
so spiele ich seit jahren mit den gedanken,
ob es für mich sinn macht - eine eigene cd aufzunehmen....
denn - es gibt in der masse an produktionen bestimmt noch viel
unerhörtes, gutes, unbekanntes material - von guten musikern.

lg chris

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The Bishop
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Re: ultra viele produktionen

Beitrag von The Bishop » So 30. Okt 2011, 12:06

Das mit den Autos ist ein interessanter Vergleich...ich habe nämlich festgestellt, dass mir das Autofahren irgendwann keinen Spaß mehr gemacht hat. Früher hat man sich noch reingesetzt und ist sinnlos in der Gegend rumgefahren, hat Musik dabei gehört und fand das cool. Heute fahre ich widerwillig durch die Stadt und rege mich über die anderen auf. Komisch... :oops:

Aber an Elektronischer Musik satthören? Ich glaube nein, auch weil es so viele Künstler und Alben gibt, mehr für ein Leben. Mit anderen Bands ist es mir schon so gegangen - z.B. habe ich ne zeitlang nur noch Pink Floyd gehört, doch wenn man die 15 Alben oder so von denen 100x gehört hat, macht es auch keinen richtigen Spaß mehr...
Doch bei Klaus ist das anders, die Musik ist weniger konkret, man braucht viel länger, um ein Stück in- und auswendig zu kennen, darum glaube ich, werde ich bis an mein Lebensende KS genießen und immer noch was neues entdecken können... :P

Man darf nur nicht versuchen, ALLE anderen EMler auch noch zu hören - das schafft man einfach nicht....
"Wenn einer absolut keine Ahnung hat - einfach mal die Fresse halten!" Dieter Nuhr

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Krass
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Re: ultra viele produktionen

Beitrag von Krass » Mo 31. Okt 2011, 17:29

Ich muss sagen, das ich da auch Knallhart Schwerpunkte und Grenzen ziehe.

Ich höre ja nicht nur elektronische Musik a la Schulze und Kraftwerk. Sondern auch experimentelle Musik von Bands wie Throbbing Gristle, Psychic TV,The Residents, Coil. Chrome...
etc. dazu noch Postpunk und Deutsche Welle (DAF, Ideal, Hans-A-Plast, Neonbabies....). Etwas alten Punk (Sex Pistols....)
Krautrock (Neu, Kluster...)
Neo-Folk (Death in June) und Military (Blutharsch). Amerikanischen Industrial ( nicht die Techo Scheisse die den selben Namen nutzt) Wie NoN.
Und auch aus Japan Noise wie Merzbow...

Aber da hört es dann auch schon auf. Da ich von den meisten Bands die ich mag alles habe bleibt kein Raum für Musik die ich einfach nur mag oder gerne habe.
Da steht dann alles nur ungehört herum. Da ich eh immer wider zu meinen Lieblingen greife.
Gerade aus dem (echten) Industrial Feld kommen immer mehr Bands. Die doch alle austauschbaren Krach machen.
Das tue ich mir nicht an.

Bei mir kommt nur noch Musik ins Regal zu der ich 100 Prozent stehe und so langsam mach ich auch Dicht.
Mir geht auch Bald der Stellplatz aus. Gerade wieder Regal für Klaus Schulze angebaut und auch schon fast voll wieder.

Ansonsten kann ich nur sagen.
Wer Musik machen will der sollte es tun und sei es nur für sich selber. Davon zu leben wird sicherlich schwierig.
Die Terrains sind einfach alle von Überlaufen. Neuland nicht mehr zu entdecken. Alles ist abgesteckt.
In den 70er hätte man damit noch Erfolg gehabt aber heute zehren nur noch die bekantesten Künstler und Bands vom Ruhm.

spooky
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Re: ultra viele produktionen

Beitrag von spooky » Mo 31. Okt 2011, 21:40

Als das vor Jahren losging, dass jeder Amateurmusiker mit einem Tisch und seiner CD auf dem KLEMdag stand,
hab' ich aufgehört mich für diese ganzen Heimproduktionen zu interessieren. Halbausgegorene elektronische Musik,
die klangtechnisch und musikalisch nicht zu ertragen war und teilweise nur zur Befriedigung des eigenen Ego's diente.
Mir fehlte auch einfach die Zeit und Muße mir diese Masse an Amateurmusik anzuhören....
Hab' mir dann nur noch die Rosinen rausgepickt und nur noch das gekauft, was mir 100%ig gefallen hat.

KS lief und läuft bei mir immer! Allerdings muß ich sagen, dass in den 90ern die Luft raus war. Ich hatte zu dieser Zeit
keine Lust mehr auf aktuelle Schulzeproduktionen und die alten Alben konnte ich teilweise auch nicht mehr hören.
Hab' in dieser Zeit auch viel andere Musik gehört (Downbeat, Trip Hop, Lounge, Ambient...)
Da schenkte uns KDM die Box-Sets und ein unglaublich reichhaltiges Füllhorn an ungehörter toller Schulzemusik aus den 70ern! :D
Und das alles noch in exzellenter Klangqualität und schön dosiert im Zweijahresrhythmus! Dafür nochmal tausend Dank KDM!!!!!
Krass hat geschrieben:Wer Musik machen will der sollte es tun und sei es nur für sich selber.
So sehe ich das seit einigen Jahren auch. Wenn ich Lust und Zeit hab', schmeiß ich die alten Kisten an und ab geht die Fahrt...

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Krass
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Re: ultra viele produktionen

Beitrag von Krass » Di 1. Nov 2011, 14:52

Es ist ja schön wenn Amateure spass am Musik machen haben, aber wie du richtig sagst. Wer hat Zeit und Lust sich das alles anzuhören.
Im Industrial Sektor (Dem echten. Nicht dem gleichnamigen Technogestanpfe) ist es auch so, das jeder Zuhause Lärm macht.
Davon CDs brennt und vervielfältigt und an einem Konzerststand versucht zu verkaufen.
Wobei auf dem letzten Konzert wo ich war gerade mal 10 Leute waren. :lol:

Ein Kumpel schmiess mir dann paar DVDs mit einigen Industrial- mateurbands rein. Das war sowas von öde und austauschbar.
Da fehlte für mich jede kreativität und aussage. Irgendwie klangen die auch alle gleich und jedes Lied klang gleich.
Immer nur das Micro vorm Mund und willenlos schreien, schreien, schreien. Während man hier und da Lärmgeräusche zufügt.
Da hätte ich an einem Tag 10 CDs fertig.

Nene.. Da hole ich lieber meine alten Throbbing Gristle Platten raus. Die für den Industrial das waren was Klaus Schulze für die Elektronische Musik ist.
Musik machen kann heute jeder. Aber wirklich gut da drin sind die wenigsten.Wobei es sicher auch etwas Geschmackssache ist.

Ich habe selber bei meinem Projekt nichts Live eingespielt sondern einfach per Knopfdruck die Töne eingegeben und editiert. :D
Dazu muss man nicht mal Spielen oder Noten können. Im Industrial der mit der Harmonielehre bricht schon gar nicht.

Nicht zu vergessen ist der Kultfaktor. Mit einer neuen Amateuraufnahme verbindet man nicht die Gefühle und Erfahrungen und Zeiten die man mit Musik erlebt hat die einen schon das ganze Leben begleitet. Schöne Erinnerungen sind für mich ein Grund immer wieder zu alten Aufnahmen von Legenden zu greifen die Musik wirklich neu erfunden und andere Künstler beeinflusst hat.
(Weisst du noch. Kraftwerk mit "Die Roboter" in den 70ern in der Hitparade). Das können mir neue Bands einfach nicht geben.

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The Bishop
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Re: ultra viele produktionen

Beitrag von The Bishop » Do 3. Nov 2011, 17:46

Krass hat geschrieben:Das können mir neue Bands einfach nicht geben.
Was mir wohl etwas gibt, das ist Musik von Menschen, die ich kenne und mag. Wie einige der Forumsmitglieder hier. Da ist eine ganz andere Herangehensweise, wenn man nicht Musik von "dem Star" oder "der berühmten Band" oder "dem Moogmagier" hört, sondern Musik von Michael oder Chris oder Bert, Leute, mit denen ich mich tagtäglich unterhalte, und die ohne großen Tamtam ihr Ding durchziehen, weil es ihnen Spaß macht...und das hört man auch, wie ich finde. :D
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Krass
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Re: ultra viele produktionen

Beitrag von Krass » Do 3. Nov 2011, 23:42

The Bishop hat geschrieben:
Krass hat geschrieben:Das können mir neue Bands einfach nicht geben.
Was mir wohl etwas gibt, das ist Musik von Menschen, die ich kenne und mag. Wie einige der Forumsmitglieder hier. Da ist eine ganz andere Herangehensweise, wenn man nicht Musik von "dem Star" oder "der berühmten Band" oder "dem Moogmagier" hört, sondern Musik von Michael oder Chris oder Bert, Leute, mit denen ich mich tagtäglich unterhalte, und die ohne großen Tamtam ihr Ding durchziehen, weil es ihnen Spaß macht...und das hört man auch, wie ich finde. :D
Ich finde es immer gerade komisch wenn man die Leute persönlich kennt und dann deren Musik hört.
Da hab ich dann immer die Person vor Augen und kann mich nicht auf die Musik konzentrieren.
Habe ja auch einen Freund der mir immer seine Musik bei mir rein reicht.
Aber das sieht natürlich jeder anders.

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hook
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Re: ultra viele produktionen

Beitrag von hook » Di 8. Nov 2011, 19:50

Die meisten Produktionen sind tatsächlich sehr einfach und relativ einfach im Anspruch. Kompositorische Qualität hebt sich mit Sicherheit durch Vielschichtigkeit, Arrangements, einer sehr durchdachten Mixtur von Melodie / Thema und Rhythmusfolgen von diesen Dingen ab. Ja, sicher, Chris hat Recht, "Knöpfe drücken kann jeder" - aber bitte, es kommt dann häufig auch sowas dabei heraus.
Ich bin da in den vergangenen Jahren müde geworden. Die letzte wirklich große Erkenntnis hatte ich - zugegebenermaßen zweigeteilt: einerseits habe ich "Schiller" entdeckt, hier insbesondere die Einlassmusiken, und ich genieße den Mitschnitt seines Berlin-Trios. Auf der anderen Seite ... Picture Palace Music, deren Werdegang ich von Beginn an intensiv und mit persönlichen Kontakten verfolgt habe (naja, keine Kunst in Berlin, wenn man fast Tür an Tür lebt ...).
Zwei völlig unterschiedliche Richtungen aus dem Bereich EMU, beide meiner Meinung nach wirklich kreativ und eigenständig. Ah, noch ein Witz zum verrückt werden ... Achtung Sammler ...: sitzen zwei EMU-Fans zusammen und der eine sagt: "ey, kennste eigentlich Pete Namlook ?"

Ultra viel ... n.p. "January in June" ... Spyra

phrozenlight
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Re: ultra viele produktionen

Beitrag von phrozenlight » Mi 23. Nov 2011, 12:07

The Bishop hat geschrieben:
Krass hat geschrieben:Das können mir neue Bands einfach nicht geben.
Was mir wohl etwas gibt, das ist Musik von Menschen, die ich kenne und mag. Wie einige der Forumsmitglieder hier. Da ist eine ganz andere Herangehensweise, wenn man nicht Musik von "dem Star" oder "der berühmten Band" oder "dem Moogmagier" hört, sondern Musik von Michael oder Chris oder Bert, Leute, mit denen ich mich tagtäglich unterhalte, und die ohne großen Tamtam ihr Ding durchziehen, weil es ihnen Spaß macht...und das hört man auch, wie ich finde. :D

Moi, Olaf danke :o

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