CD 6: Ballett 1

Antworten
Benutzeravatar
The Bishop
Beiträge: 921
Registriert: Mo 17. Jan 2011, 13:15
Wohnort: Berlin

CD 6: Ballett 1

Beitrag von The Bishop » Mo 12. Mär 2012, 16:52

Ballett 1
6-01 Klaus Schulze – Getting Near 10:43
6-02 Klaus Schulze – Slightly Touched 29:32
6-03 Klaus Schulze – Agony 35:30
"Wenn einer absolut keine Ahnung hat - einfach mal die Fresse halten!" Dieter Nuhr

ambient
Beiträge: 363
Registriert: Fr 18. Feb 2011, 16:03
Wohnort: Viersen

Re: CD 6: Ballett 1

Beitrag von ambient » Fr 19. Apr 2013, 13:56

agony mein top track auf der ballett 1
To be lost in Reverie
Niemand ist so verrückt, das er nicht noch einen verrückteren findet, der ihn versteht.
(Friedrich Nietzsche)

ambient
Beiträge: 363
Registriert: Fr 18. Feb 2011, 16:03
Wohnort: Viersen

Re: CD 6: Ballett 1

Beitrag von ambient » Fr 19. Apr 2013, 19:11

Klaus Schulze Spricht über „Ballett 1“ Digi Pack Nr.086

Die „Contemporary Works“ (10-CD Set, 2000) enthielten außerdem „Ballett 1“ auch ein „Ballett 2“, „3“ und „4“. Ich hatte die vier Stücke ursprünglich als eine Komposition gedacht – zu Ehren meiner Mutter, die Ballett-Tänzerin war und 1998 gestorben ist. Ich bin allerding nie davon ausgegangen, dass das Ballett aufgeführt und getanzt wird. Dazu müsste ich es auf 15 bis 20 Minuten kürzen und wahrscheinlich alle meine Lieblingsstellen rausschmeißen – sehr schwierig! Die Musik hätte auch einen anderen Titel haben können. Aber weil es die erste Produktion war, die ich direkt nach dem Tod meiner Mutter gemacht habe, habe ich ihr den Titel „Ballett“ gegeben und die vier Parts einfach durchnummeriert.
Wolfgang Tiepold, der hier Cello spielt und seinen Beitrag zu „Agony“ selbst entwickelt har – darum habe ich ihm auch ein Credit als Komponist gegeben -, habe ich im Sommer 1978 bei der Produktion von „X“ (Nr.10 dieser Edition)im Studio Panne –Paulsen (Frankfurt/Main) kennen gelernt, wo ich vorher schon „Moondawn“ (1976, Nr.06 dieser Edition) aufgenommen habe. Für „X“ wollte ich unbedingt ein Orchester und vor allem ein Cello haben. Eberhard Panne kannte Tiepold von seinen Aufnahmen mit dem Orchester des Hessischen Rundfunks, die bei Panne-Paulsen gemacht worden waren. Er rief Tiepold an, wir unterhielten uns, und dann hat Tiepold auf „Heinrich von Kleist“ (X“-CD 2, Track 2) super gespielt. Er hat dann auch das Orchester dirigiert, weil es der Dirigent nicht schaffte, seine Jungs im Takt zu meinen Seqencern spielen zu lassen.So hat Tiepold „X“ für mich sozusagen „gerettet“. Seither ist er mein Haus-Cellist. Immer wenn ich ein Cello brauche rufe ich Tiepold an.
Wegen des Cellos haben die Stücke natürlich einen leicht klssischen Touch. Aber das hat nichts damit zu tun, was du in deiner Frage vermutest hast – kannst du sie noch mal stellen? (Wenn Musiker aus der Popularmusik in die Jahre kommen, fangen sie manchmal an, „klassisch“ zu komponieren, um auch bei Klassik-Puristen Anerkennung zu finden. Paul McCartney hat ein „Liverpool Oratorio“ geschrieben...). Ja, und Roger Waters von Pink Floyd schreibt eine Oper, „Ca ira“. Ich habe 15 Minuten davon gehört und gedacht: So, Herr Kollege, kann man heute doch keine Oper mehr komponieren! Mir war das viel zu traditionell. Aber den Bezug zur klassischen Musik findest du natürlich auch bei mir. Eigentlich hat es schon mit „Irrlicht“(1972, Nr.01 dieser Edition) angefangen – nur dass ich damals noch kein eigenes Orchester hatte, weil ich es mir nicht leisten konnte. Aber 1994 habe ich selbst eine Oper geschrieben, „Totentag“; insofern habe ich schon eine Affinität zur Klassik.
Wenn du darauf hinaus willst, dass ich mich irgendwann „im höheren Alter“ an die Klassik-Puristen ranschmeißen werde, kann ich dich beruhigen. Nein! Ich verbinde die Elektronik zwar gern mit klassischen Klängen und Strukturen, aber so weit, dass ich „klassisch komponiere, wird es nicht kommen. Genauso wenig werde ich die vielen Gedichte veröffentlichen, die ich vor meinem Germanistik-Studium geschrieben habe, oder wie McCartney Sonntagsmalerei ausstellen – abgesehen davon, dass ich nicht malen kann. Und ich werde auch nie eine Autobiographie schreiben; ich bleibe bei dem was ich kann. Ich habe ja auch nie ein Hobby nebenbei gehabt, ob Malen oder Schreiben. Ich habe immer nur Musik gemacht, mit Tunnelblick. Neben der Musik ist mein einziges „Hobby“ meine Frau Elfi. Und das ist eine sehr ernsthafte Bindung.
Es ist zwar schade dass auf diese CD kein Bonustrack mehr gepasst hat; aber wir haben gedacht auch „Ballett 2“, „3“ und „4“ in dieser Edition noch mal herauszubringen, weil sie als Einzel-CDs nie erhältlich waren. Wir werden aber auf keinen Fall alle CDs aus dem 10er-Set neu veröffentlichen. Das Set in dem Zigarrenkästchen soll für die Fans, die es gekauft haben, seinen Wert behalten.
To be lost in Reverie
Niemand ist so verrückt, das er nicht noch einen verrückteren findet, der ihn versteht.
(Friedrich Nietzsche)

Antworten