CD 1: Vanity Of Sounds

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The Bishop
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CD 1: Vanity Of Sounds

Beitrag von The Bishop » Mo 12. Mär 2012, 16:50

Vanity Of Sounds
1-01 Klaus Schulze – Vanity Of Sounds 17:08
1-02 Klaus Schulze – Sacred Romance 23:13
1-03 Klaus Schulze – The Wings Of Strings 14:47
1-04 Klaus Schulze – From Words To Silence 23:40
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ambient
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Re: CD 1: Vanity Of Sounds

Beitrag von ambient » Fr 19. Apr 2013, 19:10

Klaus Schulze spricht über „Vanity of Sounds“

„Vanity Of Sounds“ war die CD 1 in dem 10-CD-Box-Set „Contemporary Works I“, das ich ende Oktober 2000 auf meinem Label Rainhorse herausgebracht habe. Um die Box gab es, wie du weißt, einige heftige Dispute. Manche – ich sage mal „konservative“ – Fans kamen wohl nicht damit klar, dass ich auf den meisten CDs in dieser Box mit Solar Moon System (Kölner DJ/Musiker-Kollektiv) zusammengearbeitet habe – sie wollten wohl lieber „Schulze solo“ hören. Also habe ich mir gedacht, bringen wir „Vanity Of Sounds“, wo ich ganz allein spiele, noch mal in dieser Edition heraus, damit diejenigen, die sich die Box nicht zulegen konnten oder wollten, ihren „Schulze solo 2000“ doch noch bekommen. Die 10er Box verliert dadurch ja nicht an Wert – sie ist vergriffen und wird garantiert nicht wieder aufgelegt. Wer sie damals gekauft hat, besitzt das Original von „Vanity Of Sounds“, und alle anderen haben jetzt die Möglichkeit, die CD zu bekommen, ohne die Box für teures Geld irgendwo ersteigern zu müssen.
Die 4 ineinander gefadeten stücke sind eine Komposition. Ihre starke Trance-Stimmung kommt wahrscheinlich daher, dass für mich zu der Zeit, als die Box-Sets „Ultimate Edition“ (2000), Contemporary Works 1“ (2000) und „Contemporary Works II“ (2000) herauskamen, live Sessions angesagt waren und ich sehr viel nachts gearbeitet habe. Ich habe manchmal sieben Nächte hintereinander durchgespielt und, wenn ich einen Track abgespeichert hatte, gleich mit einem neunen angefangen. Es war ein endloser Fluß. Ich habe fast anderthalb Jahre lang an jedem zweiten Tag mindestens eine halbe Stunde Musik produziert, die dann auch Bestand hatte. Aber ich kann die nicht erklären, woher dieser Überdruck kam. Ich hatte das Gefühl, so viel Musik in mir zu haben, dass sie einfach raus musste!
Die Nacht war für mich schon immer meine liebste Arbeitszeit. Wenn es draußen dunkel wird, geht bei mir die Lampe an. Im Haus ist es ruhig, meine Frau Elfi schläft, keiner ruft an, und ich bin völlig ungestört – so arbeite ich eigentlich am liebsten. Das heißt mein „Arbeitstag“ fängt meistens gegen sechs, sieben Uhr abends an, und richtig los geht es um 11 Uhr nachts. Dann spiele ich durch bis morgens um fünf – oder bis zum Stromausfall.
Auf einen Bonustrack musste ich bei „Vanity Of Sounds“ natürlich verzichten – wie bei allen Alben, die ich ab Mitte der Neunziger gemacht habe und die und dieser Edition neu herauskommen. Ab 1995, ´96 habe ich ja alle CDs schon so randvoll gemacht, dass jetzt kein Platz mehr für Bonustracks ist. Aber einem anderen Re-releases aus dieser Zeit werden wir sicher mal eine Bonus-CD beilegen. Wir sind ja mit der Edition noch lange nicht am Ende, und ich habe noch jede Menge unveröffentlichte Musik, die zu schade ist, um sie einfach zu vergessen.
To be lost in Reverie
Niemand ist so verrückt, das er nicht noch einen verrückteren findet, der ihn versteht.
(Friedrich Nietzsche)

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