Angst (1983)

Filme mit KS-Musik
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Film-Bewertung Angst (1983)

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The Bishop
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Angst (1983)

Beitrag von The Bishop » So 13. Feb 2011, 23:00

Titel: Angst
Jahr: 1983
Regie: Gerald Kargl
Genre: Thriller

Plot: Frisch entlassener Psychokiller nimmt seinen alten Beruf wieder auf

Trailer:
http://www.youtube.com/watch?v=R3IvMYEu2ow


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The Bishop
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Rezension

Beitrag von The Bishop » So 13. Feb 2011, 23:00

Angst (1983) ist ein österreichischer Thriller von Gerald Kargl, in dem ein Serienmörder sein Unwesen treibt. Mit seinem kühl wirkenden, minimalistischen Soundtrack trägt Klaus Schulze nicht unerheblich zur verstörenden Wirkung des Filmes bei.
Zur Handlung:
Ein gerade aus dem Gefängnis entlassener Mörder verspürt augenblicklich den Drang, seinen perversen Gelüsten erneut nachzukommen. Nach einer kurzen Odyssee findet er in einem etwas abgelegenen Haus drei willkommene Opfer, an denen er seine sadistischen Phantasien auszuleben versucht.
Zur Musik:
Das DVD-Menü von Angst ist mit einem Ausschnitt aus Surrender und Pain hinterlegt, was sogleich eine hektische, spannungsgeladene Atmosphäre schafft.
Im Film selbst taucht erst nach gut 7 Minuten die erste zarte Hintergrundmusik auf. Der entlassene Mörder setzt sich in ein Café, um sich nach potentiellen Opfern umzusehen. Hier startet eine feine, helle Sequenz, die es leider nicht auf das Soundtrack-Album geschafft hat. Ich nenne sie die Spannungssequenz. Sie erzeugt eine unterschwellige Unruhe, vor allem im Spiel mit den zahlreichen Filmschnitten und endet mit einem „Ping“, als der Protagonist das Café wieder verlässt, ganz so, als läute eine Glocke an der Tür beim Hinausgehen. Dann im Taxi klingt sie wieder auf, unaufhaltsam und eindringlich, als dränge sie den Mörder, jetzt endlich zuzuschlagen. Doch die Taxifahrerin ahnt etwas, schmeißt ihn raus und ruft um Hilfe. Sofort ertönt Surrender, der Mörder läuft hektisch davon, durch den Wald, bis in eine abgelegene Siedlung. Hier verlangsamt die Sequenz sich rasch und stoppt – der Mörder hat seinen neuen Tatort gefunden. Wie er das einsame Haus umrundet und inspiziert, kommt die Spannungssequenz wieder und folgt ihm. Als er sich entscheidet, ins Haus einzubrechen, endet sie abrupt.
Sein Weg durchs Haus wird von leisen Flächen begleitet, die auch nicht auf dem Album auftauchen. Ich nenne sie die Haussequenz. Diese ruhigen Klänge untermalen auch sehr gruselig seinen Angriff auf die Familie. Dieser krasse Gegensatz zu Musik und Bild ist unglaublich eindringlich. Erst, als er alle überwältigt hat, herrscht Stille. Doch zum ersten Mord erklingt die Haussequenz wieder. Sie schwillt an, wird intensiver, packender, beunruhigender – erst beim bestialischen Höhepunkt verstummt die Musik. Das Grauen steht für sich allein.
Am nächsten Morgen kommt der Mörder zu sich und mit ihm die Musik. Surrender begleitet ihn erneut auf der Flucht, doch er besinnt sich anders und geht zurück ins Haus, wo ihn sogleich die Haussequenz wieder empfängt.
Im Freien übernimmt Surrender wieder seinen Weg. Er packt die Leichen ins Auto, wäscht sich, wechselt die Kleidung.
Auf der Flucht mit dem Auto beginnt wieder die Spannungssequenz, die mit dem Fund einiger Fotos im Handschuhfach zu einer fast romantischen Melodie anschwillt.
Zum Schluss nochmal kurz die Spannungssequenz – und der Mörder wird gefasst.
Fazit:
Es verwundert schon, dass von dem Soundtrack Angst tatsächlich nur 1 Titel im Film selbst auftaucht, nämlich Surrender. Die beiden weiteren Musik-Themen im Film dagegen, von mir Spannungssequenz und Haussequenz genannt, fehlen wiederum auf dem Soundtrack. Und Pain findet man noch als Hintergrund vom DVD-Menü. Angesichts solch hervorragender Alben-Stücke wie Freeze oder Memory, ist es fast schade, dass diese scheinbar gar nicht für den Film geschrieben wurden. Dennoch erzielt Klaus Schulzes Musik genau die Wirkung, die erhofft wurde – der Film wirkt kalt und brutal, unpersönlich und krank. Ein hervorragender Soundtrack, der durch einige weitere Variationen jedoch sicher an Tiefe und Bedeutung gewonnen hätte.
"Wenn einer absolut keine Ahnung hat - einfach mal die Fresse halten!" Dieter Nuhr

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The Bishop
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Re: Angst (1983)

Beitrag von The Bishop » Mi 12. Okt 2011, 01:43

Die Special Edition DVD wartet mit einer Bonusdisc auf, auf welcher man unter anderem ein ca. 17-minütiges Interview mit Klaus findet. Das Interview ist aus 2007, und Klaus plaudert im Gespräch mit Tom Dams recht kurzweilig über den Angst-Soundtrack und Filmmusiken im allgemeinen. Ganz nett anzuschauen...

Des Weiteren gibt es eine 1-minütige Slideshow mit Klaus Schulze Covern, hinterlegt mit dem Stück Pain.

:idea:
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Krass
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Re: Angst (1983)

Beitrag von Krass » Di 4. Jun 2013, 18:53

Ah ok vielen Dank,
Dann habe ich mich also doch nicht verhört :D

ambient
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Re: Angst (1983)

Beitrag von ambient » Do 1. Aug 2013, 00:16

freeze kann man sich anhören
mit dem rest kann ich nix anfangen.
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Niemand ist so verrückt, das er nicht noch einen verrückteren findet, der ihn versteht.
(Friedrich Nietzsche)

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