Body Love (1977)

Filme mit KS-Musik
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Film-Bewertung Body Love (1977)

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The Bishop
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Body Love (1977)

Beitrag von The Bishop » So 13. Feb 2011, 22:54

Titel: Body Love
Jahr: 1977
Regie: Lasse Braun
Genre: Porno

Plot: Dekadente Familie zelebriert zur Entjungferung der Tochter eine zünftige Swingerparty

Ausschnitt:
http://www.youtube.com/watch?v=3DKWHW0p9dU

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The Bishop
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Rezension

Beitrag von The Bishop » So 13. Feb 2011, 22:59

Body Love (1977) ist ein Pornofilm von Lasse Braun, für den Klaus Schulze eigens die Filmmusik komponierte. Die aufwendige Produktion handelt von der wohlhabenden Familie eines Barons, die auf dekadent freizügige Weise die angenehmen Seiten des Lebens genießt. Dabei wirken der ansprechende Plot und das noble Ambiente eines schmucken Herrenhauses bewusst etwas unwirklich und überzeichnet. Gerade die Filmmusik steuert viel zu dieser surrealen Atmosphäre bei.
Zur Handlung:
Die frühreife Tochter der Familie soll zu ihrem Geburtstag ihre Defloration in Form einer Orgie geschenkt bekommen, wovon sie augenscheinlich nicht allzu begeistert ist, fühlt sie sich doch eher dem eigenen Geschlecht zugetan. Dennoch bereitet sie sich auf den Abend vor, indem sie sich mit einer Freundin auf dem Dach vergnügt, derweil ihr Vater für die Stiefmutter ein Arrangement getroffen hat, welches diese in einem leer stehenden Haus mit zwei eher groben, einfachen Männern zusammentreffen lässt. Anschließend muss sie ihm in allen Einzelheiten von dieser Erfahrung erzählen. Während die Tochter noch einem Akt zwischen ihrer Sexgespielin und einem Repoter in einem Wohnwagen beiwohnt, bereitet sich alles auf die große Orgie vor. Schließlich begibt sie sich in den großen Saal, in dem alle bereits regungslos auf sie warten. Einen um den anderen erweckt sie zum Leben, bis am Ende alle in einem Strudel der Lust verschmelzen und schließlich erschöpft niedersinken. Anmutig verlässt die Tochter den Saal.
Zur Musik:
Body Love vereint mehrere Filmmusiken zu einem recht ungewöhnlichen Mix, der nicht immer passend wirkt, da die Homogenität darunter sehr leidet. So beginnt der Film mit dem Titellied Body Love von Jimmy Reeves, ein entspanntes Jazz-Stück mit laszivem Frauengesang, typisch für die 70er Jahre. Im weiteren Verlauf wechselt sich der sehr eindringliche Soundtrack von Klaus Schulze mit völlig belangloser Pornodudelmusik von einem Henry Mann ab – keine sehr passende Kombination.
Die erste Szene zeigt die Baronin, wie sie durch ein leer stehendes Haus irrt. Dabei wird die klaustrophobische Atmosphäre durch das Stück Stardancer umso intensiviert, als dass die Musik erst nur aufflackert und wieder verstummt, wie eine Vorahnung auf das Kommende. Eine Tür wird geöffnet – da ist die Musik wieder, aber verstummt erneut. Das passiert mehrfach. Erst als die beiden Männer auftauchen und sie wild verführen, wird die Musik lauter, fordernder, bis schließlich der Rhythmus von Stardancer einsetzt und das Liebesspiel eindrucksvoll vorantreibt.
Dann folgt jedoch eine interessante Kollage aus zwei Szenen: das Liebesspiel der Drei wechselt sich ab mit einer Szene, in der der Baron am Flügel sitzt und seine Gattin über das Erlebnis ausfragt. Hier fungiert Blanche nicht nur als Hintergrundmusik, sondern steht auch für das Spiel des Barons am Piano. Schließlich endet die Sex-Szene mit der Melodie von Blanche.
Es folgt eine sehr eindringliche Szene auf dem Dach des Herrenhauses, wo die Tochter auf ihre Freundin trifft. Hier beginnt die Szene mit dem Anfang von P.T.O., welches dann aber leider nach einem kurzen Dialog durch Dudelmusik abgelöst wird. Nach einer kurzen Zwischenszene wird das lesbische Liebesspiel jedoch wieder von Klaus Schulze-Musik vertont, die allerdings schwierig zuzuordnen ist. Es klingt wie eine Variation von Blanche, allerdings mit einer völlig anderen Solostimme.
Bei einer Dinner-Szene taucht das Pianothema aus Blanche nochmal kurz auf, wird jedoch hart geschnitten, als der Reporter aufdringlich wird.
Die anschließende Szene im Wohnwagen wird zunächst von der Endsequenz von P.T.O. untermalt, welches jedoch teilweise mit der Anfangssequenz aus dem Titel Lasse Braun gemischt wird. Leider mündet ein sekundenlanges Aufflackern von Stardancer wiederum in belanglose Pornojazzmusik.
Schließlich folgt die finale Orgie, phantastisch untermalt vom fast ungeschnittenen P.T.O., vom ruhigen Anfang bis zum Höhepunkt nach ca. 22 Minuten. Hier erfolgt ein gekonnter Schnitt zu Blanche, das zu den erschöpften Darstellern hervorragend passt. Zur wundervollen Melodie aus Blanche erscheint letztlich der Abspann.
Andere Version:
Die englische/amerikanische Version von Body Love weist im Gegensatz zur französischen einige Unterschiede im Soundtrack auf, die hier kurz erläutert werden sollen.
So übernimmt in der Szenen-Kollage mit dem Baron am Piano nicht der Titel Blanche auch die Sex-Szenen des Dreiers, sondern es gibt harte Schnitte zwischen dem Blanche-Pianothema, wenn die Baronin ihrem Mann erzählt, und Stardancer, wenn das Geschehen wieder zur Liebesszene wechselt. Die Szene endet dann auch mit Stardancer, statt mit Blanche.
Ein weiterer Unterschied findet sich bei der Szene auf dem Dach. Die beginnt in der englischen Version nicht mit einer Sequenz aus P.T.O., sondern mit dem Anfang des Stückes The Oberhausen Tape aus der Jubilee-/Ultimate-Edition.
Der dritte Unterschied ist bei der Dinner-Szene. Hier findet nicht das Pianothema aus Blanche Verwendung, sondern eine offensichtlich nicht von Klaus Schulze stammende Klaviermelodie.
Die nächste gravierende Abweichung taucht bei der Szene im Wohnwagen auf. Hier wird der Titel Lasse Braun vordergründig verwendet, ohne Mix mit P.T.O., allerdings auch ohne die Perkussionselemente der Album-Version.
Zuletzt endet diese Film-Version auch nicht mit einem Übergang auf Blanche, sondern mit dem eindringlichen Finale von P.T.O., zu dem letztendlich der Abspann erscheint.
Fazit:
Der Soundtrack von Klaus Schulze fängt unglaublich intensiv und treffend die Bilder aus Body Love ein, leider stören die dazwischen gestreuten Dudelstücke sehr, da sie so gar nicht zur Atmosphäre passen. Die Stücke aus dem Album Body Love Vol. II finden sich im Film nicht, abgesehen natürlich von Stardancer. Interessant sind die verschiedenen Versionen des Films, die beide ihren Reiz haben, vor allem die Verwendung von The Oberhausen Tape und Lasse Braun in der englischen Version. Dagegen wirkt die französische Abmischung flüssiger und das Ende wirkt durch Blanche ganz anders.
Bleibt die Frage, wie die original schwedische Version bzw. die deutsche Fassung vertont wurden. Neues dazu werde ich natürlich sogleich berichten.
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Re: Body Love (1977)

Beitrag von The Bishop » Di 21. Jun 2011, 22:10

Ich hab mal ein paar Outtakes aus dem Film zusammengestellt, ein inoffizieller Soundtrack sozusagen, mit möglichst wenig Dialog aber unvermeidlichem Gestöhne... :lol:

Trotzdem sehr interessant zu hören, wie die Songs verwendet und editiert wurden. Wer Interesse hat:

--> http://www.sendspace.com/file/cwjgpy

:idea:
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Re: Body Love (1977)

Beitrag von Till » Mi 22. Jun 2011, 19:11

Ich habe übrigens hier bei mir eine DVD der deutschen Version.

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Re: Body Love (1977)

Beitrag von The Bishop » Mi 22. Jun 2011, 20:10

Till hat geschrieben:Ich habe übrigens hier bei mir eine DVD der deutschen Version.
Oh, das ist dann sicher eine bessere Qualität als meine VHS-Kopien...

Die deutsche Version kenne ich noch gar nicht... ;)
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Re: Body Love (1977)

Beitrag von The Bishop » Sa 9. Jul 2011, 16:00

Habe nun auch die deutsche Version sichten können, die allerdings, obwohl auf DVD, qualitativ nicht viel besser ist, als diverse VHS-Kopien. Was allerdings in der deutschen Synchro unangenehm auffällt ist, dass die Musikspur wesentlich leiser eingespielt wurde, als die Dialoge, so dass man unter dem gräulichen Gestöhne die Musik teilweise nur erahnen kann. Manchmal wurde die Musik sogar völlig rausgenommen...schade. Was die Verwendung der Musik angeht, ist die deutsche Version nochmal anders, als die englische oder die französische.

Muss mal sehen, ob es sich lohnt, hier einige Outtakes zu nehmen...
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Re: Body Love (1977)

Beitrag von eisjok » Do 26. Jul 2012, 22:12

Hey Leute,

ihr verkennt, dass es sich hier tatsächlich um einen der besten Hardcore-Filme überhaupt handelt. Die Musik von Schulze ist sogar ein elementarer Teil des Films.
Warum dass so ist, habe ich seinerzeit (als die deutsche DVD-Veröffentlichung anstand) in einer kleinen Kritik erläutert, die ich auch hier gerne zur Disskussion stellen würde.
Für mich ist BODY LOVE neben MIRAGE eines der besten Alben Schulzes.
Hier aber mein Kommentar zum Film und seiner Musik:


BODY LOVE

Filmbesprechung

Viel zu lange hat es gedauert, bis dieser hierzulande leider kaum beachtete Film von Lasse Braun, dem Pionier des europäischen Hardcore-Films, endlich eine Veröffentlichung in deutscher Sprache auf DVD erfährt.
Besonders erfreulich allein deswegen, weil die deutsche Synchronfassung die üblichen Stöhn- und Verbalsünden des Genres weitgehend vermeidet und sogar als durchaus gelungen betrachtet werden darf.

Warum BODY LOVE nur eine solch untergeordnete Rolle in der Historie des erotischen Films einnimmt, verwundert schon sehr, haben wir es doch hier mit dem Hardcorefilm schlechthin zu tun. Zumindest in Europa.

BODY LOVE atmet jede Sekunde den gelebten, sexuellen Freigeist der 70er Jahre. Es wird erst gar nicht der Versuch gestartet, eine Geschichte um den Sex herum zu konstruieren. Lasse Braun war gut beraten, den Sex selbst als tragendes Element in den Vordergrund zu stellen.
Nie entsteht der Eindruck, wir würden lediglich eine lose Aneinanderreihung von Sexszenen geboten bekommen. Im Gegenteil: Trotz minimaler Rahmenhandlung, die, ganz ungewohnt, einmal nicht einem Angriff auf den Intellekt des Zuschauers gleichkommt, wirkt BODY LOVE in sich geschlossen, ist sogar als Film zu genießen.
Am ehesten zu vergleichen mit dem ebenso ambitionierten BEHIND THE GREEN DOOR der Mitchell Brothers!

Geschildert wird ein kurzer Abschnitt im sexuell aufgeschlossenen Leben einer Adelsfamilie auf Schloss Groeneveld.
Kleine Notiz am Rande: Dieses Schloss kann heute noch besichtigt werden!

Interessanter als die Geschichte, ist deren filmische Umsetzung.
Allein die Kameraarbeit verdient besondere Beachtung. In wunderschönen, fast schon poetischen Bildern wird das Geschehen festgehalten. Sorgfältig ausgesuchte Blickwinkel, losgelöste, aber nie arrangiert wirkende Kamerafahrten; Aufnahmen, die man so in einem Hardcorefilm sicher nicht vermuten würde.

Unterstützt werden die Bilder von einer Filmmusik, die ebenfalls mehr als ungewöhnlich ist. Ausnahmekünstler Klaus Schulze, Pionier im Bereich elektronisch erzeugter Musik, konnte hierfür gewonnen werden.
Während der Dreharbeiten, hatte Lasse Braun die ganzen Szenen anhand der Musik des Schulze Albums MOONDAWN inszeniert. Bei Festlegung der endgültigen Filmmusik im Verlauf der Endproduktion, musste er feststellen, dass nichts an anderer Musik mehr funktionieren wollte. So ließ er kurzerhand bei Klaus Schulze anfragen, ob dieser nicht eine neue Musik im Stil von MOONDAWN komponieren wolle. Nach anfänglicher Skepsis, erklärte sich Schulze dazu bereit und schuf damit - ganz nebenbei - eines seiner erfolgreichsten Alben.
Jedem, der mit dieser Musik etwas anfangen kann, sei an dieser Stelle auch die Neuauflage der Musik auf CD ans Herz gelegt, zumal sich in dem beiliegenden Booklet auch das Artwork mit Szenenfotos der damaligen Filmmusik-LP, sowie einige Anmerkungen zu dieser Arbeit befinden.
Den Szenen verleiht die Musik ein geheimnisvolles, nahezu mystisches Ambiente und lässt vor allem die berauschende Schlusssequenz wie einen Traum erleben.

Und wer nun glaubt, die Erotik würde bei alledem auf der Strecke bleiben, der irrt. Je weiter der Film fortschreitet, desto elektrisierter ist man. Auch wenn heute andere ästhetische Ansprüche vorherrschen - Stichwort Rasur - der erotische Funke springt gleich über.
Das ist sicherlich auch der Verdienst der jungen Catherine Ringer, die in den Kredits unter dem Künstlernamen Lolita Da Nova geführt wird. Noch heute steht die 1957 geborene Künstlerin auf der Bühne. Theater, Tanz, Film und TV sowie - ganz groß - Gesang, sie macht alles und kann alles. In Frankreich ist sie sehr beliebt und bekannt.

Und wer nach dem Film nun einen neuen - aufgeklärten - Blick auf die vorherrschenden miefigen Konventionen gewonnen hat, wer vielleicht sogar ein neues, befreiendes Lebensgefühl verspürt, ja, der hat den Film verstanden.
Unglaublich, was Lasse Braun hier auf die Leinwand gezaubert hat!

Traurig hingegen, dass die DVD so lieblos in den Markt geworfen wurde.
Das Bildformat 4:3 ist nicht richtig, dass Bild selbst trotz seines Alters aber noch in Ordnung, auch mit dem Ton kann man leben.
Schlichtweg eine Katastrophe ist das Artwork und die Filmbeschreibung auf der Hülle; mir scheint, dass selbst die DVD-Produzenten nicht erkannt haben, was für eine Perle sie hier veröffentlichen!
So wird sich der Pornofilm nie von seinem Schmuddelimage befreien können!
Auch wenn kein Bonusmaterial mit Filmbezug mehr vorhanden war, eine würdigere Aufmachung hätte die DVD allemal verdient. Entweder im alten Artwork oder mit einer halbwegs vernünftigen, neuen Gestaltung, das kann doch nicht so schwer bzw. teuer sein?!?!?!
Und als Bonus die Filmmusik, auch dies hätte doch machbar sein müssen. Vor allem wenn man bedenkt, dass so etwas bereits umgekehrt (den Film als Bonus der Musik-CD beizulegen) zumindest angedacht war, letztlich aber daran scheiterte, die Musik-CD dann nicht mehr offen bewerben und auslegen zu können.

So bleibt am Ende ein Meisterwerk des erotischen Films in einer nur sehr leidlichen Aufmachung. Schade!

eisjok

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The Bishop
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Re: Body Love (1977)

Beitrag von The Bishop » Fr 27. Jul 2012, 11:27

eisjok hat geschrieben:Hey Leute,

ihr verkennt, dass es sich hier tatsächlich um einen der besten Hardcore-Filme überhaupt handelt....

...Besonders erfreulich allein deswegen, weil die deutsche Synchronfassung die üblichen Stöhn- und Verbalsünden des Genres weitgehend vermeidet und sogar als durchaus gelungen betrachtet werden darf...
Nicht wundern, ich habe diesen Beitrag in die Rubrik "Filmmusik" verschoben, weil es in dem Album-Thread um die Musik gehen soll, und hier um den Film. :idea:

Ich finde die Kritik recht gelungen, allerdings vermisse ich die Erwähnung der "anderen" verwendeten Musik, die den Film schon ziemlich negativ beeinflusst, wie ich finde, da hier eine Einheitlichkeit fehlt, die den Film wesentlich aufgewertet hätte. Wäre der Soundtrack ausschließlich von Klaus, würde das die Athmosphäre des Films viel konstanter hoch halten - so fallen jedoch einige Szenen unangenehm auf, weil einfach eine völlig andere Musik gespielt wird. Auch kann ich nicht bestätigen, dass die deutsche Synchronisation besonders gelungen wäre...im Gegenteil ist die Musik im Vergleich zur englischen oder französischen Version viel leiser eingespielt und fehlt teilweise ganz. Ich empfehle hier dringend, sich eine nicht-deutsche Version zu besorgen. :!:

Was die Qualität der Bilder, der Kameraführung und auch der Dramaturgie betrifft, stimme ich voll und ganz zu. Hier zeigt sich, dass in den 70ern noch Wert auf echte filmische Umsetzung eines Stoffs gelegt wurde, und: es wurde damals auch mit professionellem Film-Gerät gearbeitet, denn Videokameras gab es noch nicht.

Ansonsten lässt sich über Geschmack bekanntlich nicht streiten - "einer der besten Hardcore-Filme überhaupt"...ist natürlich nur eine Meinung... ;)
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Re: Body Love (1977)

Beitrag von eisjok » So 29. Jul 2012, 23:50

Hi Bishop,

3 Versionen kenne ich: Einmal die deutsche Kinofassung, veröffentlicht von TABU in deren Serie GOLDEN CLASSICS, die ALPHA BLUE ARCHIVES-Version, sowie eine erst kürzlich gesichtete Fassung aus dem Internet, mit dem kompletten Ende samt Abspann.
Die von Dir erwähnte "andere" Musik habe ich bewusst ausgelassen, zum einen weil ich sie nicht als sooo schlecht und zum anderen auch nicht als sonderlich störend empfinde. Zugegeben, die Musik aus einem Guss wäre künstlerich sicherlich der bessere Weg gewesen, aber ich glaube Lasse Braun hat natürlich auch den Massengeschmack nicht aus den Augen verlieren wollen. Und das bedeutet halt: Ein gängiges Titelstück muss her und natürlich eine "Emanuelle-ähnliche" Musik (die wundervolle Dachszene), um zu untermauern, dass sich diesen Film auch Frauen anschauen können. Dabei hätte gerade BODY LOVE das nicht nötig gehabt, da hat den Guten (Lasse Braun) wohl einfach der Mut verlassen.

Natürlich, Geschmäcker sind verschieden. Machen wir uns nichts vor: An der (vielleicht sogar ungewollten) Genialität des Films (eine Story die im Grunde keine ist), der handwerklichen und künstlerichen Umsetzung, besonders der Musik, kommt man in diesem Genre nicht vorbei. Nenne mir nur einen Hardcore-Film, der eine so stimmige Schlussszene hinlegt, wie BODY LOVE es tut!

Ich bleibe dabei, ungeachtet einiger sicherlich ebenfalls sehr guter Hardcore-Filme, nimmt dieser bis heute eine Spitzenstellung in diesem ansonsten mit Meisterwerken eher spärlich ausgestattetem Genre ein.
Und nur nebenbei bemerkt, ohne die Musik von Schulze, wäre dies ein ganz anderer Film geworden. So ist das manchmal: Da treffen die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt zusammen und zaubern so ganz nebenbei ein... Meisterwerk.

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Re: Body Love (1977)

Beitrag von The Bishop » Mo 30. Jul 2012, 10:00

Ich habe einige Jahre lang eine Videothek geleitet, kenne also 1000de Hardcorefilme, und ich gebe dir völlig Recht, dass BODY LOVE aus der Masse von billig produzierten Fickfilmen natürlich heraussticht, selbst aus den anderen Lasse Braun-Produktionen. Und mir ist auch kein anderer Porno bekannt, von dem es einen Original Soundtrack zu kaufen gibt, außer vielleicht BAISSE-MOI, aber der gilt glaub ich nicht als Porno.

Ich wollte eigentlich nur daran erinnern, dass die Bewertung eines Film (oder Albums oder Stückes) IMMER eine persönliche Meinung ist. Der eine findet, THE DOME EVENT doof, für den anderen ist es ein Meisterwerk. Natürlich haben beide Recht.

Wenn du, eisjok, also behauptest: "Der Film ist ein Meisterwerk!", dann sage ich "nein".
Wenn du aber sagst: "Ich finde, der Film ist ein Meisterwerk.", dann sage ich gerne "ja".

;)
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Re: Body Love (1977)

Beitrag von Krass » Sa 3. Nov 2012, 20:44

Also ich persönlich haben den Film nur teilweise mal durch gescrollt.
Die Hauptdarstellerin ist zwar sehr hübsch aber ansonsten war es für mich reiner trash wie er aus den 70er Jahren kommt.

Die Darsteller sind nicht rasiert.
Wieso der Film so teuer war erschliesst sich mir nicht.
Die Farben sind blass und die Handlung öde. Da reisst auch die Musik von Klaus nichts mehr raus,

Deshalb mein Statement:
Musik aus den 70ern ist besser als das was es heute gibt aber heutige Pornos sind besser als die Filme aus den 70ern

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Re: Body Love (1977)

Beitrag von The Bishop » Sa 3. Nov 2012, 21:00

Krass hat geschrieben:Also ich persönlich haben den Film nur teilweise mal durch gescrollt.
Die Hauptdarstellerin ist zwar sehr hübsch aber ansonsten war es für mich reiner trash wie er aus den 70er Jahren kommt.

Die Darsteller sind nicht rasiert.
Wieso der Film so teuer war erschliesst sich mir nicht.
Die Farben sind blass und die Handlung öde. Da reisst auch die Musik von Klaus nichts mehr raus,

Deshalb mein Statement:
Musik aus den 70ern ist besser als das was es heute gibt aber heutige Pornos sind besser als die Filme aus den 70ern
...was natürlich auch nur deine eigene, ganz persönliche Meinung ist... ;)
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Re: Body Love (1977)

Beitrag von ambient » So 4. Nov 2012, 06:17

Die Darsteller sind nicht rasiert.
"zu der zeit zog man eben noch nicht blank" :D
jedoch in der heutigen zeit sind "wehrwölfe" wieder im kommen :D

wenn wie alle ehrlich sind "der film ist kein reisser" aber er beinnhaltet musik von klaus
und das darf sich ein fan nicht entgehen lassen. !
(die laufenden bilder treten dabei völlig in den hintergrund) :D
To be lost in Reverie
Niemand ist so verrückt, das er nicht noch einen verrückteren findet, der ihn versteht.
(Friedrich Nietzsche)

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Re: Body Love (1977)

Beitrag von Krass » Mo 12. Nov 2012, 22:43

The Bishop hat geschrieben:
Krass hat geschrieben:Also ich persönlich haben den Film nur teilweise mal durch gescrollt.
Die Hauptdarstellerin ist zwar sehr hübsch aber ansonsten war es für mich reiner trash wie er aus den 70er Jahren kommt.

Die Darsteller sind nicht rasiert.
Wieso der Film so teuer war erschliesst sich mir nicht.
Die Farben sind blass und die Handlung öde. Da reisst auch die Musik von Klaus nichts mehr raus,

Deshalb mein Statement:
Musik aus den 70ern ist besser als das was es heute gibt aber heutige Pornos sind besser als die Filme aus den 70ern
...was natürlich auch nur deine eigene, ganz persönliche Meinung ist... ;)
Hatte ich "Mein Statement" gesagt? ;)

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