Inter*Face (1985)

alle Solo-Alben
Antworten

Album-Bewertung Inter*Face (1985)

..........10 Punkte - ein Meisterwerk
2
13%
............9 Punkte
1
6%
............8 Punkte
1
6%
............7 Punkte
2
13%
............6 Punkte
3
19%
............5 Punkte - eher durchschnittlich
4
25%
............4 Punkte
2
13%
............3 Punkte
0
Keine Stimmen
............2 Punkte
0
Keine Stimmen
............1 Punkt
0
Keine Stimmen
............0 Punkte - nicht anzuhören
0
Keine Stimmen
............X ich kenne das Album (noch) nicht
1
6%
 
Abstimmungen insgesamt: 16

Benutzeravatar
The Bishop
Beiträge: 922
Registriert: Mo 17. Jan 2011, 13:15
Wohnort: Berlin

Inter*Face (1985)

Beitrag von The Bishop » Do 20. Jan 2011, 22:47

ALBUM-INFO
[attachment=0]Interface.jpg[/attachment]
Artist: Klaus Schulze
Titel: Inter*Face
Recorded: 1985
Performed: KS, Ulli Schober (drums), Rainer Bloss (vocs)

Titel:
1) On The Edge (07:58)
2) Colours In The Darkness (09:12)
3) The Beat Planante (07:24)
4) Inter*Face (24:49 )
5) The Real Colours In The Darkness (12:02) Bonus Track
6) Nichtarische Arie [A Not So Hidden Track] (13:47) Bonus Track

Bemerkungen:
Nichtarische Arie ist eine Langversion der raren KS-Maxisingle Maxxi/Macksy, mit Vocals von Rainer Bloss.
Dateianhänge
Interface.jpg
Interface.jpg (8.08 KiB) 6724 mal betrachtet

Benutzeravatar
Till
Beiträge: 195
Registriert: So 16. Jan 2011, 16:33
Wohnort: Tübingen
Kontaktdaten:

Re: Inter*Face (1985)

Beitrag von Till » So 20. Feb 2011, 12:43

Die echte Maxi Single (30 cm, 45 upm) von Macksy ist auf der Jublilee Edition auf CD 18 als Stück 4 drauf. Allerdings war die Schreibweise auf dem Cover der Platte damals definitiv Macksy und nicht wie in der Jubilee Edition Maxxi. Die Stimme von Rainer Bloss war in der originalen Macksy Version nicht drauf. Der Bounus Track ist also kein ersatz für das Original. Da braucht man die Jubilee Edition oder die echte Macksy Maxy Single.

Die Drums sind übrigens wie auf vielen Stücken aus dieser Zeit ein Oberheim DMX mit den Heavy-Metal Drum-Sample EEPROMs.
Und man hört manchmal, dass die Melodie-Stimme auf dem Minimoog nach oben kurz abdriftet. Typisches Problem bei schlechten Tastaturkontakten. Man hat es trotzdem so gelassen. Es stört mich nicht. Man könnte meinen, das es so gewollt sei. Ist es aber mit Sicherheit nicht, da man es nicht gezielt provozieren kann genau zur gewünschten Stelle zu passieren. Aber wahrscheinlich ist der magische Moment im Studio an dem die Stimmung passte wichtiger als jede technische Perfektion.

Die Inter*Face CD fand ich nur mittelmäßig. Aber die Kurzweil 250er Streicher sind immer noch toll. Das war damals ein Trauminstrument. Sau teuer, echte Holztastenmechanik, und viel Geheimniskrämerei über die von Ray Kurzweil dort benutzte Datenreduktion für die Samples. Heute kostet der benötigte Speicher nur wenige Euro im Laden. Damals mehr als ein VW Golf Jahreswagen.

spooky
Beiträge: 495
Registriert: Fr 18. Feb 2011, 21:41

Re: Inter*Face (1985)

Beitrag von spooky » Mi 16. Mär 2011, 22:09

Das bombastische Titelstück finde ich bis heute Top!
Die schleppenden Drums, die schönen Fairlightflächen,
die dramatischen Streicher und vor allem das fast
durchgehend gespielte Minimoog Solo, das zunächst
nach Poland klingt und im weiteren Verlauf eindrucksvoll
an die Body Love erinnert...

Benutzeravatar
Tobias
Beiträge: 97
Registriert: Di 22. Feb 2011, 11:57
Wohnort: Berlin

Re: Inter*Face (1985)

Beitrag von Tobias » Fr 25. Mär 2011, 21:32

Nachdem Spooky diese Scheibe so gelobt hat, habe ich die Platte jetzt mal wieder aus dem Regal gezogen. Sie ist im Sommer 85 gekauft (sic!), aber nicht wirklich viel gelaufen, nur Colours In The Darkness kommt bei mir richtig gut an. Jetzt fiel mir auf, daß auf der Plattenhülle die Adresse und die Tefelonnummer von Klaus groß und in Klartext steht. Das waren Zeiten! Umgezogen ist er seitdem nicht mehr (ich allerdings etwa 15 mal) ...

Benutzeravatar
Tobias
Beiträge: 97
Registriert: Di 22. Feb 2011, 11:57
Wohnort: Berlin

Re: Inter*Face (1985)

Beitrag von Tobias » Fr 25. Mär 2011, 21:45

Meine Platte ist nach meinen Notizen im Juni 1985 gekauft. Auf der Plattenhülle steht jedoch, daß die Musik "Juli bis August '85" aufgenommen wurde. Nun läge nahe, daß meine Notizen falsch sind, aber auch KDM zitiert eine Kritik vom Mai 1985: http://www.klaus-schulze.com/disco/1851inp.htm - sehr seltsam.

Benutzeravatar
hook
Beiträge: 227
Registriert: So 13. Mär 2011, 09:47

Re: Inter*Face (1985)

Beitrag von hook » Sa 26. Mär 2011, 11:17

Ruf doch den Klaus mal an und frage nach .. allerdings ist anzunehmen, das dann sowas kommt: "wie - was - ach, ja, das hab´ich mal aufgenommen - ja, wann war das - da musst du mal den Müller in Berlin anrufen" :D :D :D

Benutzeravatar
Tobias
Beiträge: 97
Registriert: Di 22. Feb 2011, 11:57
Wohnort: Berlin

Re: Inter*Face (1985)

Beitrag von Tobias » Sa 26. Mär 2011, 13:06

... und Müllers Antwort kennen wir ja auch: "Man weiß so wenig."

Benutzeravatar
hook
Beiträge: 227
Registriert: So 13. Mär 2011, 09:47

Re: Inter*Face (1985)

Beitrag von hook » Sa 26. Mär 2011, 22:53

Also, ich weiß es nicht, im Juni 1985 war ich auf Leistungskursfahrt mit einer Sportgruppe plus anschließendem Urlaub ... :D

Benutzeravatar
Krass
Beiträge: 402
Registriert: Mi 21. Sep 2011, 18:27
Wohnort: Hamburg

Re: Inter*Face (1985)

Beitrag von Krass » Do 27. Okt 2011, 13:25

Auch an dieses Album habe ich mich lange nicht gewöhnen können aber mitlerweile finde ich es auf die Zeit bezogen sehr 80er typisch.
Die Stücke und Bonus Tracks gefallen mir mitlerweile sehr gut und zeigen Klaus seine vielseitigkeit.
Bei mir kommt nostalgische Stimmung auf.
Das waren eben die digitalen 80er jahre.

CHRIS LANG
Beiträge: 39
Registriert: Mi 9. Mär 2011, 14:06

Re: Inter*Face (1985)

Beitrag von CHRIS LANG » Mo 31. Okt 2011, 08:08

ich finde die interface geil,

das lange stück " drückt und kommt fett "

die anderen sind total schulze untypisch vom style....dass ist gerade das interessante ;) ;)

ambient
Beiträge: 363
Registriert: Fr 18. Feb 2011, 16:03
Wohnort: Viersen

Re: Inter*Face (1985)

Beitrag von ambient » So 8. Jul 2012, 16:33

kann man hören :-)
bester track für mich "the beat planate"
man hört auch das rainer bloss mit dabei ist (drive in)
To be lost in Reverie
Niemand ist so verrückt, das er nicht noch einen verrückteren findet, der ihn versteht.
(Friedrich Nietzsche)

Benutzeravatar
S-K
Beiträge: 231
Registriert: So 27. Feb 2011, 17:09

Re: Inter*Face (1985)

Beitrag von S-K » Fr 12. Okt 2012, 19:03

Höre ich ganz gerne mal wieder. "On the Edge" finde ich ganz cool. Das Titelstück "Interface" hat auch seinen Charme. Den Bonustrack "The Real Colours in the Darkness" kann ich auch viel abgewinnen (Disco-Fox :lol: )
"A day without the music from Klaus Schulze is a lost day" S.K.

Benutzeravatar
Krass
Beiträge: 402
Registriert: Mi 21. Sep 2011, 18:27
Wohnort: Hamburg

Re: Inter*Face (1985)

Beitrag von Krass » Sa 13. Okt 2012, 00:21

Definitiv eines meiner Favoriten-Alben. Das immer wieder mal läuft.

ambient
Beiträge: 363
Registriert: Fr 18. Feb 2011, 16:03
Wohnort: Viersen

Re: Inter*Face (1985)

Beitrag von ambient » Fr 19. Apr 2013, 19:00

Klaus Schulze Spricht über „Inter * Face“ Digi Pack Nr.18

Here is the true majesty of electronic music presented by an artist who not only commands the technology but also the artistry.
(“Synthetic Pleasure”/USA, Dezember 1985)

auch wenn “Inter * Face“ keine meiner typischen 80er-Jahre-Platten ist, merkt man schon, in welcher Zeit sie gemacht wurde. Die Stücke Klingen auf jeden Fall nicht mehr wie das, was die Presse als „Berliner Schule“ bezeichnet hat.
Wir Musiker haben diesen Begriff übrigens nie benutzt, wir haben nur alle zufällig in Berlin gewohnt- Ash Ra Tempel, Tangerine Dream und Schulze. Die Simmons-Drums von Ulli Schober waren damals ganz neu. Es waren zwar keine digitalen Drums, aber ich habe sie so verfremdet, dass sie ein digital klangen. Denn die Achziger waren eine Zeit, in der „analog“ noch verpönt war; es durfte für uns eigentlich nichts mehr analog klingen. Auf „Dig It“ (1980, Nr.13 dieser Edition) hatte ich bereits ein Stück mit dem Titel „Death Of An Analogue“ gemacht, weil mir der analoge klang nicht mehr gefiel. Immerhin hatte ich über ein Jahrzehnt nur mit analogen Geräten gearbeitet ich konnte diese schwebenden Oszillatoren, die Verstimmungen und die Jaulerei nicht mehr hören ! Heute findet man diesen Sound wieder schön, aber in den Achzigern war er ein pain in the ass. Im Gegensatz zu manchen Leuten, die den digitalen Klang kalt fanden, fand ich ihn gerade wegen seiner glasklaren Transparenz interessanter als den grummelingen Analog-Klang. Heute denke ich, dass beide Sounds ihre Vor- und Nachteile haben und man nicht militant puristisch sagen kann, nur „analog“ ist gut, nur „digital“ ist gut. Man kann beides wunderschön nebeneinander einsetzten.
Der Perkussionist Ulli Schober wohnte hier in der Nähe von Celle. Er hatte seine eigene Band, hat aber nie professionell Musik gemach. Er hatte einen ganz normalen Beruf – er war, glaube ich, Polster. Kennen gelernt habe ich ihn zufällig, ich habe ihn in Celle spielen gehört. Ich hatte vorher auch schon mit anderen Trommlern gearbeitet, auf „Audentity“ (1983, Nr.15 dieser Edition) mit (dem Santana-Perkussionisten)Michael Shrieve und auf „Dig It“ mit Fed Severloh. Anders als Serverloh, der sehr schlgzeug-orientiert war, konnte Ulli auch perkussiv spielen genau das wollte ich auf „Inter * Face“ haben. Und da Michael Shrieve unterwegs war und ich nicht wusste, wo er sich gerade aufhielt, habe ich einfach den Kollegen aus der Nachbarschaft gefragt. Ulli kam dann ins Studio und hat die Fills auf den Simmons-Drums gespielt. Danach haben wir uns noch ein paar Mal privat gesehen, uns später aber irgendwie aus den Augen verloren. Die Bonustracks“The Real Colours in the Darkness“ und „Nichtarie Arie“ sind sehr unterschiedlich. Der erste ist sehr ruhig, der zweite ist wegen der Percussion ziemlich rhythmisch und er hat Vocals. Gesungen hat hier übrigens Rainer Bloss. Sein Hauptinstrument war das Klavier, aber er konnte auch singen und Bass spielen, und er war ausgebildeter Komponist. Er hatte in der ehemaligen DDR eine richtige klassische Musikausbildung gemacht. In der DDR gab es ja die staatlichen A-, B – und C-Scheine, die darüber entschieden, wie du als Musiker behandelst wurdest. Mit dem A-Schein warst du Hobby-Musiker und durftest auf privaten Parties spielen, mit dem B-Schein durftest du in kleineren Lokalen auftreten, aber erst mit dem C-Schein hattest du die Berechtigung, dich offiziell „Musiker“ zu nennen und überall öffentlich aufzutreten. In diesem Sinne war Bloss ein staatlich geprüfter Profi-Musiker, was ich bei unseren Arbeiten auch gemerkt habe. Wenn du ihm gesagt hast, spiel mal dies, oder sing mal das – er hatte alles drauf ! Schade, dass man nichts mehr von ihm hört.
To be lost in Reverie
Niemand ist so verrückt, das er nicht noch einen verrückteren findet, der ihn versteht.
(Friedrich Nietzsche)

Antworten