"X" (1978)

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Album-Bewertung "X" (1978)

..........10 Punkte - ein Meisterwerk
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............0 Punkte - nicht anzuhören
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............X ich kenne das Album (noch) nicht
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Abstimmungen insgesamt: 21

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The Bishop
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"X" (1978)

Beitrag von The Bishop » Do 20. Jan 2011, 22:02

ALBUM-INFO
[attachment=0]X.jpg[/attachment]
Artist: Klaus Schulze
Titel: "X"
Untertitel: Sechs musikalische Biographien
Recorded: 1978
Performed: KS, Harald Großkopf (drums), Wolfgang Tiepold (cello), B. Dragic (violin), Orchester des Hessischen Rundfunks

Titel:
1) Friedrich Nietzsche (24:50)
2) Georg Trakl (26:04)
3) Frank Herbert (10:51)
4) Friedemann Bach (18:00)
5) Ludwig II Von Bayern (28:39)
6) Heinrich Von Kleist (29:32)
7) Objet D'Louis (21:32) Bonus Track

Bemerkungen:
Objet D'Louis ist eine Live-Version von Ludwig II Von Bayern inklusive Orchster.
Fast sämtliche Stücke finden im Film "Barracuda" Verwendung.
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ambient
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Re: "X" (1978)

Beitrag von ambient » Sa 19. Feb 2011, 18:09

ab diesem album kann ich eine veränderung in der musik von klaus festellen
sie wird "voller und runder"
top titel hier für mich "georg trakl und frank herbert"
To be lost in Reverie
Niemand ist so verrückt, das er nicht noch einen verrückteren findet, der ihn versteht.
(Friedrich Nietzsche)

spooky
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Re: "X" (1978)

Beitrag von spooky » Mi 30. Mär 2011, 12:27

Die 2005er Deluxe-Edition ist wirklich gelungen.
Friedrich Nietzsche und vor allem Ludwig mit seinen glasklaren
Streichern klingen von den original Masterbändern brilliant!
Abgerundet mit der langen Version von Trakl eine der schönsten
Wiederveröffentlichungen von Revisited...

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Krass
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Re: "X" (1978)

Beitrag von Krass » Fr 30. Sep 2011, 21:32

Ausnahmsweise sind wir mal einer Meinung, "X" ist einfach Kult.
Sowas gibt es von keinem anderen Musiker zu hören.

Ich höre es nur zur Zeit nicht so oft weil es mein erstes Album von Klaus Schulze war und so oft spielte wie kein anderes.

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DerTiefStapler
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Re: "X" (1978)

Beitrag von DerTiefStapler » Sa 1. Okt 2011, 08:59

X ist in der Tat "großes Kino". Für mich eine ideale Einstiegsdroge für den durchschnittlichen Elektronikfan. Alles, was KS bis heute ausmacht (mit Ausnahme seiner Sample-Schlachten gegen Ende der 80-ger Anfang der 90-ger) ist hier aufgezeigt und in kaum wiederholbarer Perfektion dargestellt.

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Krass
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Re: "X" (1978)

Beitrag von Krass » Di 4. Okt 2011, 19:52

X war ja auch irgendwie der Höhepunkt in der analogen Phase,
Dune und Live waren zwar auch super kamen aber nicht mehr an den Sound von X heran und gleich danach gings ja ab in die Digitale Phase.

Die Kombination Elektronik und und Orchester hat es mir besonders angetan.
Das faszinierte mich auch bei Irrlicht und Cyborg schon. Als er noch mit eingespielten Tapes arbeitete.

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DerTiefStapler
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Re: "X" (1978)

Beitrag von DerTiefStapler » Di 4. Okt 2011, 19:55

Krass hat geschrieben: Die Kombination Elektronik und und Orchester hat es mir besonders angetan.
Das faszinierte mich auch bei Irrlicht und Cyborg schon. Als er noch mit eingespielten Tapes arbeitete.
Da möchte ich Dir wieder einmal ohne Wenn und Aber zu stimmen.
X ist für die Ewigkeit.

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The Bishop
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Re: "X" (1978)

Beitrag von The Bishop » Mi 12. Okt 2011, 01:30

In einem Interview auf der Angst-DVD erzählt Klaus übrigens, dass die "X" eigentlich der offizielle Barracuda-Soundtrack werden sollte, der dann aber nie rauskam. Darum hat Klaus es einfach als Soloplatte veröffentlicht und "X" genannt... :!:
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Re: "X" (1978)

Beitrag von Krass » Fr 14. Okt 2011, 21:28

The Bishop hat geschrieben:In einem Interview auf der Angst-DVD erzählt Klaus übrigens, dass die "X" eigentlich der offizielle Barracuda-Soundtrack werden sollte, der dann aber nie rauskam. Darum hat Klaus es einfach als Soloplatte veröffentlicht und "X" genannt... :!:
Ich dachte immer nur Ludwig 2 von B. war das Lied zum Film?

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Re: "X" (1978)

Beitrag von The Bishop » Sa 15. Okt 2011, 13:47

Krass hat geschrieben:
The Bishop hat geschrieben:In einem Interview auf der Angst-DVD erzählt Klaus übrigens, dass die "X" eigentlich der offizielle Barracuda-Soundtrack werden sollte, der dann aber nie rauskam. Darum hat Klaus es einfach als Soloplatte veröffentlicht und "X" genannt... :!:
Ich dachte immer nur Ludwig 2 von B. war das Lied zum Film?
Oh nein, ich habe das ja mal detailliert ausgeführt unter der Rebruk "Filmmusik"...guckst du hier: http://www.qwave.de/forum/viewtopic.php?f=22&t=97
:idea:
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Re: "X" (1978)

Beitrag von The Bishop » Mi 11. Apr 2012, 09:35

Ich möchte mal die (eigentlich unwichtige) Betrachtung in den Raum stellen, wie dieses Album eigentlich heißt...

Es gibt ja mehrere mögliche Varianten:

1) X
2) "X"
3) "X."
4) "X".


Auf dem Plattencover ist ganz klar ein großes X in Anführungszeichen und ein Punkt, wobei man nicht genau sagen kann, ob der Punkt vor oder hinter dem zweiten Anführungszeichen sein soll (eigentlich ist er genau darunter). Wir alle wissen, dass das X eine römische 10 sein soll, weil es Klaus' 10tes Album war. Das würde auch den Punkt erklären, denn man schreibt ja auch "das 10. Album" mit Punkt. Dennoch wird der Punkt eigentlich immer weggelassen, die Anführungszeichen bleiben aber oft stehen. Ich selbst habe auch die Variante 2 gewählt, weil kdm diese in "The Works" benutzt, obwohl ich glaube, wenn man ganz korrekt sein will, ist Variante 3 richtig (wenn man das Cover als Referenz nimmt). Was meint Ihr?

Was jedenfalls ganz sicher ist (weil kdm es bestätigt hat): das Album wird "icks" ausgesprochen, nicht "zehn", "Die Zehnte" oder gar "ten" oder "tenth".

:idea:
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Re: "X" (1978)

Beitrag von Krass » Mi 11. Apr 2012, 20:40

Hm... Das ist mal wirklich interessant.
Ich habe dazu auf der Vinyl-Ausgabe keine Antwort gefunden.
habe mit einem Winkel nach gemessen und es scheint als wäre der Punkt eher leicht rechts von der Mitte der Anführungszeichen.
Von der Logik her würde ich ihn aber hinter dem X ansiedeln. Also X.

ambient
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Re: "X" (1978)

Beitrag von ambient » Fr 19. Apr 2013, 18:52

Klaus Schulze Spricht über „X“ Digi Pack 010
Jetzt ist der Schulze auf dem totalen Genie-Trip gelandet. Zu seinem zehnjährigen Mehrfachjubiläum (die zehnte Platte, die zehnte Tournee) präsentiert er uns ein Doppelalbum, auf dem er alle Register seines Könnens zieht. („Sounds“/Deutschland November 1978)
Bei den musikalischen Biographien auf „X“ hätte auch Richard Wagner dabei sein können. Wagner steht mir besonders nahe, weil er für mich der Erste ist, der ein Gesamtkunstwerk geschaffen hat. Er hat zum Beispiel für eine Komposition ein eigenes Theater gefordert, in dem er das Orchester im Graben verschwinden lassen wollte. Darin sehe ich eine Analogie zum Synthesizer, wo das eigentliche Instrument auch hinter ein paar Knöpfen verschwindet – du hörst Wahnsinnig viel, siehst aber kaum etwas.
Aber Wagner war mir ein zu gewaltiges Thema, denn dann hätte „X“ mindestens ein Dreifachalbum werden müssen. Darum habe ich - außer mit Friedemann Bach – nur einen Schriftsteller genommen, die mich sehr beeinflusst und beschäftigt haben. Frank Herberts Roman „Der Wüstenplanet“ war damals fast eine Bibel für mich ! Ludwig II. von Bayern war natürlich kein Schriftsteller, aber sein Leben ja schon ein Roman. Natürlich hat „X“ mit diesen klassischen Bezügen nicht ganz in die Zeit gepasst, ´78 war ja ein Punk-Jahr. Es war auch nicht so, dass ich Punk nicht gut gefunden hätte – im Gegenteil. Wie diese Bands ausgelost haben wer bei ihnen welches Instrument spielen soll sie konnten ja eigentlich kein Instrument spielen ! – das hat mir super gefallen. Es erinnerte mich daran, wie ich angefangen habe. Als ich 1972 „Irrlicht“ gemacht habe, hatte ich auch von nichts eine Ahnung ! Ich fand die Punk-Revolution auch deshalb super, weil sie den Staub aus dieser Middle-of-the-Road-Pop-Kiste rausgeblasen hat. Und wenn du Electronic Meditation“ von Tangerine Dream anhörst, das wir Ende ´69 gemacht haben das war auch reiner Punk Das auf „X“ ein Streichorchester spielt, erwartet man von elektronischen Stücken sicher nicht. Es war für mich aber logisch. Denn Synthesizer sind Geräte, die eigenständige Klangfarben entwickeln, sie sind kein Ersatz für klassische Instrumente. Ich habe sie auch nei so eingesetzt wie zum Beispiel Emerson Lake & Palmer, die versucht haben aus Synthies klassische Trompeten rausholen. Die Klangfarbe eines Orchesters ist mit Synthies nicht reproduzierbar. Aber weil „X“ auch Filmusik war (Barracuda), hatte ich das Budget, um mir ein Orchester zu leisten, Es war aber ganz schön heftig, diese Orchesterpartituren hinzukriegen. Ich kann zwar Noten schreiben ich habe ja auch mal klassischen Gitarrenuntericht gehabt -, aber so eine Partitur zu schreiben, ist noch was anderes. Spielen können hätte ich das alles innerhalb von einem Tag, aber für die Partitur habe ich 4 Wochen gebraucht. Dabei hat mir Wolfgang Tiebold, der Cellist, sehr geholfen. Denn so fit war ich nicht, um sagen zu können, ob eine Violine überhaupt spielen kann, was ich da aufgeschrieben hatte. Im Mittelteil von „Ludwig II.“ haben wir diese Wiederholungen eine Bandschleife machen müssen, die quer durchs Studio und durch die Küche ging und die wir dann geloopt haben. Denn den Musiker ist bei dem Versuch, die Passage etwa 15 Minuten lang zu spielen. Die Violine aus der Hand gefallen. Die Bandschleife war natürlich – typisch für meine Kompositionen ! . 20 Meter lang, hahaha.
Der Bonustrack“Objet d´Louis“ ist eine Live-Version von „Ludwig II.“ mit vollem Orchester. Ich habe das 1978 gemacht, weil ich mal hören wollte, wie das Stück auf einer Bühne mit Orchester klingt. Ich war auf einer Tour, wo ich auch den „Ludwig“ gespielt habe, und in Belgien ergab sich die Gelegenheit, es in dieser Form aufzuführen. Ein Radiosender wollte das Konzert live übertragen, und da habe ich gefragt, ob wir das nicht mit Orchester machen können. Dann hat Tiebold mit dem Orchester ein bisschen geprobt, und am Abend haben wir es gespielt, und es wurde live gesendet. Jetzt kann man es auf der CD noch mal hören.
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moon
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Re: "X" (1978)

Beitrag von moon » So 21. Apr 2013, 03:23

Die Anekdote mit der Bandschleife kannte ich noch nicht... 20 Meter durch Studio und Küche klingt natürlich erstmal gigantisch (und ist es vom Aufwand her sicherlich auch), aber die Zeit... ist gar nicht sooo lang: Bei 19,05cm/s sind das grade mal 105 Sekunden; bei 38,1cm/s gar nur 52 1/2 Sekunden.

X ist (logisch, oder?) natürlich einer DER Klassiker von KS. Da für meinen Geschmack aber hier und da auch schon mal "Längen" mit drin sind, gab ich nur 9 Punkte. Die "Über-Kracher" Ludwig II. und Frank Herbert reissen das nicht vollständig heraus.

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