Timewind (1975)

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Album-Bewertung Timewind (1975)

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The Bishop
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Timewind (1975)

Beitrag von The Bishop » Do 20. Jan 2011, 16:15

ALBUM-INFO
[attachment=0]Timewind.jpg[/attachment]
Artist: Klaus Schulze
Titel: Timewind
Recorded: 1975
Performed: KS

Titel:
1) Bayreuth Return (30:32)
2) Wahnfried 1883 (28:38)
3) Echoes Of Time (38:42) Bonus Track
4) Solar Wind (12:35) Bonus Track
5) Windy Times (04:57) Bonus Track

Bemerkungen:
Echoes of Time ist eine etwas längere, dafür langsamere Version von Bayreuth Return. Der Bonustrack Windy Times ist aus 2000.
Dateianhänge
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ambient
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Re: Timewind (1975)

Beitrag von ambient » Sa 19. Feb 2011, 16:44

ein sehr schönes album
windy times past nicht zu den vorigen stücken
vieleicht hatte man ja nichts kurzes mehr aus dieser zeit :D
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Niemand ist so verrückt, das er nicht noch einen verrückteren findet, der ihn versteht.
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Till
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Re: Timewind (1975)

Beitrag von Till » So 20. Feb 2011, 12:31

Ein gutes Beispiel, wie man teilweise recht unpassende Bounsstücke einfach drangeklebt hat. Ich fand die LP und später CD ohne Bonusstücke auch so sehr gut und lohnenswert. Und Qualität kommt bei Musik für mich vor Quantität.

Meine erste KS Platte überhaupt. War so 1981 oder so. Ich kannte Tangerine Dream. Und ein Freund der Familie (Jahrgang 1936) meinte dann, dass KS so ähnlich sei. Ob ich den kennen würde. Am nächsten Tag habe ich im Plattenladen KS gesucht und gefunden. Die Partitur auf der Rückseite zeigten mir, dass es dort auch die geliebten Sequenzen wie bei TD (was wußte ich schon damals über die Berliner Schule) geben würde. Man sah den Rhythmus auch am Muster, das die Rille (ist nur eine pro Seite!) der Plattenseite im schrägen Licht erzeugte. Gekauft. Das war der beginn einer bis heute andauernden Freundschaft zu seiner Musik. Ich höre seit dem KS mehr als alle andere Musik zusammen.

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The Bishop
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Re: Timewind (1975)

Beitrag von The Bishop » So 20. Feb 2011, 16:20

Till hat geschrieben:Ein gutes Beispiel, wie man teilweise recht unpassende Bounsstücke einfach drangeklebt hat. Ich fand die LP und später CD ohne Bonusstücke auch so sehr gut und lohnenswert. Und Qualität kommt bei Musik für mich vor Quantität.
Also, grundsätzlich finde ich die Re-releases mit den Bonustracks toll. Als jemand, der schon alle Alben hatte, wäre es für mich uninteressant gewesen, alle CDs nochmal zu kaufen, auch wenn das Design etwas anders gewesen wäre. Aber durch die Bonustracks, die zwar nicht immer zeitgemäß aber durchweg interessant waren, habe ich manche Alben von Grund auf neu kennen- und schätzen gelernt. Ich muss hier Till ein bisschen widersprechen - Quantität kann sehr belebend sein, wenn man ein Album wie Timewind z.B. schon 100x gehört hat. Irgendwann schleicht sich doch Routine, um nicht zu sagen Langeweile ein. Aber durch die Bonustracks wird zum einen der Hörgenuss eines Albums verlängert (manchmal bis zu 1 Std.), zum anderen hört man mal etwas anderes, neues, als immer nur die gleichen 2 Stücke. Doch, ich finde das toll.

Bei Timewind speziell finde ich die Auswahl der Bonustracks sehr gut. Echoes of Time als Alternativversion zu Bayreuth Return - was könnte interessanter sein. Dazu Solar Wind aus der gleichen Zeit und im gleichen Stil - perfekt. Und dann noch zu sagen "wir haben noch 5 Minuten Platz, die wollen wir nicht verschwenden" - Hut ab, das macht nicht jede Plattenfirma. Nur gibts wohl wenige 5min-Stücke aus 1975, also nahm man ein neueres Stück, um die Lücke zu füllen - für mich akzeptabel.
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spooky
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Re: Timewind (1975)

Beitrag von spooky » So 6. Mär 2011, 17:39

Als ich TIMEWIND Mitte der 80er zum ersten Mal gehört habe,
war ich überwältigt von der Platte. Dieser schwebende Minimal-
sound von Bayreth Return mit seiner dezent im Hintergrund
treibenden Sequenz und dem fast durchgehenden EMS-Sound haben
meine Hörgewohnheit damals auf den Kopf gestellt. Auch das klassisch
klingende Wahnfried 1883 mit seinen stehenden Flächen, die sich
nach 17 Minuten langsam zu einem bombastisch sphärischen Klangkosmos
entwickeln, lassen kaum Zeit zum Durchatmen...
Ich finde TIMEWIND ist so großartig, wegen seiner durch die damals recht
eingeschränkten technischen Möglichkeiten bedingte Einfachheit. Schulze
improvisiert in seiner unnachahmlichen Art und beschränkt sich auf das
Wesentlichste. Auch über 35 Jahre nach seiner Entstehung klingt die Musik
immer noch zeitlos...
Ein wahren nostalgischen Schatz hat uns Revisited 2006 mit dem Bonus
Echoes of Time geschenkt! Höre die Variante mittlerweile lieber als
das Original...

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Tobias
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Re: Timewind (1975)

Beitrag von Tobias » So 6. Mär 2011, 18:06

spooky hat geschrieben:Ein wahren nostalgischen Schatz hat uns Revisited 2006 mit dem Bonus
Echoes of Time geschenkt! Höre die Variante mittlerweile lieber als
das Original...
Ja! Ist ja sozusagen auch das ungekürzte Original, wie Till herausgefunden hat.
(Du erinnerst Dich sicher an http://elektronische-musik.foren-city.d ... -1975.html ...)

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hook
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Re: Timewind (1975)

Beitrag von hook » Mi 16. Mär 2011, 13:56

Ich kann spooky nur zustimmen. In manchen Momenten ist es dann auch schade, das so eine schöne Musik zuende geht.

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DerTiefStapler
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Re: Timewind (1975)

Beitrag von DerTiefStapler » Fr 7. Okt 2011, 17:13

Timewind ist für mich eines der klassischen Alben von KS.
Als ich meiner Frau beschreiben sollte, was KS (im Gegensatz zu Kraftwerk,
Tangerine Dream, Cluster usw.) von allen anderen unterscheidet, war Timewind
die Referrenz. Wundervolle Flächen, sanfte Sequencer, epische Länge,
tranceartige Zustände beim Zuhören.

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Till
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Re: Timewind (1975)

Beitrag von Till » So 9. Okt 2011, 18:59

DerTiefStapler hat geschrieben:Timewind ... Wundervolle Flächen, sanfte Sequencer, epische Länge,
tranceartige Zustände beim Zuhören.
Genau so ist es !

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hook
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Re: Timewind (1975)

Beitrag von hook » Di 11. Okt 2011, 20:21

... epische Länge ... ja ja ... ;) :D

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Till
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Re: Timewind (1975)

Beitrag von Till » Di 11. Okt 2011, 21:34

hook hat geschrieben:... epische Länge ... ja ja ... ;) :D
Da braucht man nicht zu hooken.

;)

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DerTiefStapler
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Re: Timewind (1975)

Beitrag von DerTiefStapler » Sa 15. Okt 2011, 13:57

Till hat geschrieben:
hook hat geschrieben:... epische Länge ... ja ja ... ;) :D
Da braucht man nicht zu hooken.

;)
Ist aber der glatte Wahnsinn, wenn gehookt.

:lol:

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Krass
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Re: Timewind (1975)

Beitrag von Krass » Mi 19. Okt 2011, 18:06

Zu diesem Album habe ich noch nichts gesagt. Weil ich dazu eigentlich nicht viel sagen kann.

Es ist einfach der Hammer und "Bayreuth Return" mein All-Time-Favorit.

Von den Bonus Tracks auf der zweiten CD bin ich begeistert.
Ausser vom letzten. Da kommt die Timewind Mystik nicht mehr durch. Wie bei Kraftwerk sollte man Digitale Geräte als eigenes Medium nutzen und nicht dazu analoge Klassiker neu zu intepretieren.

CHRIS LANG
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Re: Timewind (1975)

Beitrag von CHRIS LANG » Mo 31. Okt 2011, 08:40

timewind erzeugt stimmungsbilder

voller zauber

mirage gefällt mir jedoch besser

ambient
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Re: Timewind (1975)

Beitrag von ambient » Fr 19. Apr 2013, 17:21

Klaus Schulze CD Nr.005 Digi Pack
Spricht über „Timewind“
In this tribute to Richard Wagner;Klaus demonstrates that electronic music can be far more than the cold clinical sounds usually assorted with the genre.
(“Trouser Press”/USA,November 1977)
“Timewind” war meine fünfte LP und die erste mit einem klaren Bezug zu meinem Bayreuther Helden Richard Wagner; an den Titeln der Stücke kann man das schon ablesen. Es waren klassische Homerecording-Aufnahmen, allerdings noch sehr primitive. Ich wohnte damals in Berlin in der... fast hätte ich „Bayreuther Straße“ gesagt ! Es war die Schwäbische Straße, ich wohnte in einem ehemaligen Friseurladen. Als ich später von Berlin nach Celle zog, hat Edgar Froese (Tangerine Dream) den Laden übernommen. Der Friseurladen lag zu ebener Erde, was natürlich sehr praktisch war für das Ein – und Ausladen von Geräten. Als der Friseur dicht machte, habe ich den Laden gemietet und auch dort gewohnt. Ich hatte ein Bett, und um das Bett herum waren die Synthies aufgestellt, Ein Vorteil dieses Ladens war natürlich, dass er schon ein bisschen schallisoliert war. Ich habe dann die Wände mit Glaswolle noch weiter isoliert und darüber Stoffbahnen getackert, in einem grausigen Orange. Das war einfach der billigste Stoff, den ich im Kaufhaus finden konnte. So wurden die Höhen und Mitten absorbiert – eine Anlage mit fetten Bässen hatte ich ja noch nicht – und ich konnte rund um die Uhr Musik machen, ohne mit den Nachbarn Stress zu bekommen. Aber du darfst dir das nicht wie ein richtiges Studio vorstellen, ich hatte zur Zeit von „Timewind“ nach ganz wenig Equipment. Ich hatte zwar schon eine zweite Zwei-Spur-Revox als Master-Maschine, mit der ich die Delays – das Echo – gemacht habe; aber bis zu „Moondawn“, die ich 1976 bei Panne Paulsen in Frankfurt(am Main) auf einer 16- Spur-Maschine aufgenommen habe, waren meine Platten“Live“-Aufnahmen. Das heißt, ich musste alle Einstellungen an den Synthiesmachen, während die Aufnahme lief. Das ging alles nur in Realtime, man konnte keine Playbacks
oder verschiedene Mixe machen – abmischen musste man direkt beim Spielen ! Dazu hatte ich ein Telefunken-Vierkanal-Mischpult mit eingebauter Hallspirale, die ständig vor sich hingesirrt hat. So sah damals mein“Studio“aus. Darum sind auch die Bonustracks“Echoes of Time“ und „Solar Wind“ im Grunde nur Live-Variationen von „Bayreuth Return“, dem Original. Ich habe das Stück dreimal eine halbe oder Dreiviertelstunde gespielt, habe dann gestoppt und noch mal anders angefangen. So hat das eine Stück ein längers Intro und andere Sounds, nur die Sequenzen sind die gleichen. Der dritte Bonustrack(„Windy Times“) ist von 2000 – eine Art kleines „Timewind“- Remake. Die Sequenz stammt aus der „Timewind“-Session. Aber vom sound her hört man deutlich, dass der Track neueren Datums ist, denn seit den Achzigern hat es ja technische Quantensprünge gegeben. Trotzdem finde ich es nach wie vor faszienierend, mit welch einfachen Mitteln man vor jetzt schon über 30 Jahren elektronische Musik gemacht har, die heute immer noch ihren Reiz hat.
Als ich im März 1976 von der Académie Charles Cros in Frankreich den Grand Prix du Disque International für „Timewind“ bekam, war ich natürlich sehr stolz. Trozdem dachte ich:ein Preis für eine Platte, auf der ich für „Bayreuth Return“ nur zwei Stunden gebraucht habe ?! Aber bei der Verleihung in Paris neben Olivier Messiaen (Französicher Komponist, 1908 – 1992) auf der Bühne zu stehen, der im selben Jahr ausgezeichnet wurde, war schon ein sehr erhebendes Gefühl. Auch wenn der Preis nicht dotiert war und ich damals ein paar Mark für neue Geräte noch gut hätte brauchen können, war er für mich auf Umwegen eine Finanzspritze. Wenn man den Preis bekam, musste jede öffentliche Bibliothek, Universität und Schule zwei, drei Exemplare der prämierten Platte in ihr Archiv einstellen. So wurden in Frankreich über Nacht 20- oder 30.000 „Timewind“-LPs bestellt;es kam Geld rein, und ich konnte mir anschließend für „Moondawn“ (CD 6 dieser Edition) ein richtiges Studio mieten. Und „Moondawn“ war dann in den französischen Charts auf Platz 2. Vor mir, auf Platz 1, waren noch Pink Floyd. Die hingen da hartnäckig fest, und ich konnte sie nie überholen. Aber ich muss zugeben, Pink Floyd waren damals wirklich eine geile Band. Ich habe die Konkurrenz sogar mitfinanziert, ich habe ihre Platten gekauft.
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