Irrlicht (1972)

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Album-Bewertung Irrlicht (1972)

..........10 Punkte - ein Meisterwerk
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Keine Stimmen
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............X ich kenne das Album (noch) nicht
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Abstimmungen insgesamt: 19

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The Bishop
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Irrlicht (1972)

Beitrag von The Bishop » Do 20. Jan 2011, 15:30

ALBUM-INFO
[attachment=0]Irrlicht.jpg[/attachment]
Artist: Klaus Schulze
Titel: Irrlicht
Untertitel: Quadrophonische Symphonie für Orchester und E-Maschine
Recorded: 1972
Performed: KS, Colloquium Musica Orchestra

Titel:
1) 1. Satz: Ebene (23:23)
2) 2. Satz: Gewitter [Energy Rise - Energy Collaps] (05:39)
3) 3. Satz: Exil Sils Maria (21:25)
4) Dungeon (24:00) Bonus Track

Bemerkungen:
Auf einigen LPs gibts eine Widmung an Dietlind von Törne - wer immer das sein mag. Exil Sils Maria wurde übrigens rückwärts aufgenommen.
Dateianhänge
Irrlicht.jpg
Irrlicht.jpg (20.31 KiB) 16362 mal betrachtet
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ambient
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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von ambient » Sa 19. Feb 2011, 15:07

als ich das album zum ersten mal gehört habe fand ich es einfach toll
doch es wie bei allem.
wenn man mehr von einem musiker in den jahren hört
und meiner meinung nach wir klaus immer besser !
fällt es schwer eine bewertung ab zu geben.
darum hier eine 6 auf der richter scala :D
To be lost in Reverie
Niemand ist so verrückt, das er nicht noch einen verrückteren findet, der ihn versteht.
(Friedrich Nietzsche)

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The Bishop
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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von The Bishop » Sa 19. Feb 2011, 16:05

Was ich an der Irrlicht so faszinierend fand und finde (und darum ist und bleibt sie mein KS-Lieblingsalbum) - dass er mit den damaligen Mitteln so eine Musik überhaupt machen konnte. Er hat das wirklich "erfunden". Und man sitzt da, taucht ein in diese absolut packende Klangatmosphäre und vergisst völlig, dass es da noch keine Sythies gab. Für mich ist das Magie. Unerklärbar. Ein klangliches und musikalisches Wunderwerk.

:D
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Krass
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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von Krass » Do 29. Sep 2011, 21:25

Die ersten 5 Alben sind einfach Kult.

Alles musste noch live eingespielt werden während sein Equimpent nur spärlich wuchs.
Nur Klaus seiner damaligen Kreativität geboren aus dem Zwang aus dem wenigsten das meiste heraus zu holen ist es zu verdanken das solche Alben wie "Irrlicht" entstanden. Mit Klängen die absolutes Neuland betraten und auch heute noch zeitlos aktuell sind.
Auch wenn die toleranz für experimentelle Musik in den letzten 40 Jahren nicht gestiegen ist.

Damals wurde noch richtig Musik gemacht.
Heute drückt man ein paar Knöpfe und das wars.

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DerTiefStapler
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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von DerTiefStapler » Fr 30. Sep 2011, 08:37

Krass hat geschrieben: Damals wurde noch richtig Musik gemacht.
Heute drückt man ein paar Knöpfe und das wars.
Nein, so kann ich das nicht stehenlassen. Natürlich hat die moderne Technik viele Tricks erfunden, selbst Anfängern und Dilettanten (was bekanntermaßen nicht das Gleiche sein muß) über diverse technische wie künstlerische Hürden hilft, aber das Besondere schafft nur Talent und Können.

Und in diesem Sinne war Klaus Schulze vor 40 Jahren schon dem Gros der Musikwelt mehr als nur einige Jahre voraus.
Er hat(te) eine Vision und diese ist bis heute ziemlich einzig. Diese Vision macht auch aus den ersten Alben eine Legende. Mit geringsten Mitteln (technischer Natur) hat KS wahre Meisterwerke geschaffen (alles andere finde ich eher eine Frage des Geschmacks). Und als solche könnte ich mir vorstellen, daß man auch in weitern 40 Jahren noch mit Faszination Irrlicht, Cyborg oder natürlich auch Picture Music ob ihrer Brillanz im Gegensatz zu ihrer Technik hören kann.
Bitte nicht falsch verstehen, natürlich sind auch spätere Alben noch brillant, da war dann aber auch eine deutlich verfeinerte Technik zugegen.

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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von Krass » Fr 30. Sep 2011, 13:38

Ich hatte ja schon gesagt das ich mich mit Digitalen Synthezisern sehr schwer tue.
Die bei weitem nicht den Sound von Analogen Synthesizern erreichten.
Damals musste man auch immer ein Techniker sein um durch die ganzen Schalter, Kabel und Regler und Knöpfe durch zu steigen.
Da Überhaupt was sinnvolles raus zu holen.

Heute gibt man einfach ein paar Daten ein,
Auf diese Art und Weise habe selbst ich schon CD gemacht und die klingt gut obwohl ich weder musikalisch bin noch von Noten eine Ahnung habe.

Aber stimmt die 70er waren schon eine geniale Zeit.
Da musste man aus dem was da war das beste machen. Deshalb fasziniert mich auch "Kraftwerk" so.
Die teilweise ihre Geräte selbst gebaut oder umgebaut haben.
Dieser Pioniergeist und diese ganze aufbruchstimmung sind total verschwunden. Heute hat sich alles irgendwie eingespielt und eingeregelt.
Ich höre keine Begeisterung mehr raus. Mach mal Viva an dann weisst du Bescheid.

in den 80ern gefielen mir sogar die Charts noch.

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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von spooky » Fr 30. Sep 2011, 20:35

Krass hat geschrieben:Dieser Pioniergeist und diese ganze aufbruchstimmung sind total verschwunden. Heute hat sich alles irgendwie eingespielt und eingeregelt.
Ich höre keine Begeisterung mehr raus. Mach mal Viva an dann weisst du Bescheid.
Also das ist mir alles zu pauschal. Dann solltest Du Dich mal mehr mit elektronischer Musik der Gegenwart beschäftigen. Es gibt seit Jahren unzählige Musiker,
die anspruchsvolle, neue und kreative elektronische Musik machen, weit weit entfernt vom Mainstream... Und bitte wer schaut heute noch VIVA???

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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von Krass » Fr 30. Sep 2011, 21:22

Ach ich glaub ich bin mit der elektronischen Musik der Pionierzeit ganz gut ausgerüstet.
Habe mir auch neuere Tangerine Dream Videos angesehen oder was Jarre nach Oxygen gemacht hat.
Das trifft alles nicht den Punkt.
Sicher gibts dann auch mal wieder was nettes aber da leg ich doch lieber etwas altes aus das mich 100 Prozent umhaut.
Als etwas das ich gut hören kann und mich nur 50 Prozent berührt.

Wenn man sich Throbbing Gristle so ansieht und das was die Industrial Bands heute machen.
Immer nur Geschrei und Lärm alles hört sich gleich und austauschbar an.
Da ist der Japan Noise ja noch mehr das was man früher Industrial nannte. Vom Techno Industrial will ich gar nicht erst reden. Stampf Stampf..
Das ist ja schon Begriffsschändung.

Mit Viva hat es schon seinen Sinn. In den 70ern gab es nichts was wirklich schlecht war.
Ob Rockmusik von "The Sweet". "Disco Musik" oder Bands wie "Kraftwerk". Man konnte alles irgendwie hören,
Ausser Schlager hörte sich alles interessant an.

Heute muss man schon extrem ausfiltern um noch was interessantes zu finden und wenn man was findet war es früher schon mal besser da,
Nur meine pauschale Meinung.

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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von DerTiefStapler » Sa 1. Okt 2011, 09:06

Krass hat geschrieben: Mit Viva hat es schon seinen Sinn. In den 70ern gab es nichts was wirklich schlecht war.
Ob Rockmusik von "The Sweet". "Disco Musik" oder Bands wie "Kraftwerk". Man konnte alles irgendwie hören,
Ausser Schlager hörte sich alles interessant an.

Heute muss man schon extrem ausfiltern um noch was interessantes zu finden und wenn man was findet war es früher schon mal besser da,
Nur meine pauschale Meinung.
Bitte nicht böse sein, aber ich könnte mir vorstellen, daß viele KS-Fans schon "gehobenerem Alters" sind, dh. deutlich über 30 Jahre und somit der
heutigen Musik natürlich kaum noch verhaftet. KS war genauso Kind einer bestimmten (musikalischen) Epoche wie seine damaligen/heutigen Fans.
Zu (fast) jeder Zeit gab es wirklich gute Musik - man rezepiert das vielleicht nur aus heutiger Sicht nicht so.

Und zum Thema selbstgemachter Musik resp. einfach mal ein paar Knöpfchen drücken behaupte ich, wirklich gute Musik braucht wirklich
Können. Natürlich kann man mit der heutigen Technik viele Dinge, für die KS oder Kraftwerk vor 40 Jahren einen extremen Aufwand treiben mußten, locker
selber machen. Aber genau da liegt der Punkt. Um wirklich etwas Originelles zu machen, muß man heute ganz andere Sachen auf die Beine stellen.
Vielleicht sollte man - wenn Olaf einverstanden ist - mal einen Thread eröffnen, wo geneigte Forumsmitglieder mal ihre Werke zur Schau stellen.

@Krass - das sollte keine persönliche Kritik an Dir sein.

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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von The Bishop » Sa 1. Okt 2011, 17:20

Ich weiß nicht, wie das mit der Einbindung von Musik- oder Videotracks hier im Forum funktioniert, aber versuchen kann man es ja mal... ;)

Zur Not halt einen Link angeben, der zur hausgemachten Musik führt...
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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von Krass » Di 4. Okt 2011, 19:47

Die Tatsache das man hier über solche Dinge reden kann ohne gleich wüst beschimpft zu werden zeugt von einer gewissen Reife in diesem Forum ;)

Aber bevor ich irgendwelche Neuen sachen mir kaufe die dann eh nur rum stehen weil ich alte mehr und lieber Sachen höre lass ich es gleich bleiben.

Was die eigene Musik betrifft. Ich wüsste jetzt nicht wie ich meine Tracks Online bekomme.
Am besten wäre es wenn man es hier hoch laden könnte.

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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von DerTiefStapler » Fr 7. Okt 2011, 17:08

Krass hat geschrieben: Was die eigene Musik betrifft. Ich wüsste jetzt nicht wie ich meine Tracks Online bekomme.
Am besten wäre es wenn man es hier hoch laden könnte.
Hierzu - aus eignener Erfahrung - zwei Tipps :

Soundcloud

Man muß sich per Email registieren und kann kostenfrei zwei Stunden Musik hochladen
oder verlinken (siehe auch hier, dort habe ich für die Allgemeinheit was hochgeladen).

Oder Du lädst es per Sendspace oder ähnlichem hoch und der geneigte Hörer (hier im Forum)
könnte sich das Ganze herunterladen.

:D Mich würde das sehr interessieren.

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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von Krass » Sa 8. Okt 2011, 01:45

Vielen Dank und schau mal in den Musik Thread, Hab was hoch geladen. Hoffe ich zumindest....

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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von DerTiefStapler » Sa 8. Okt 2011, 13:29

Krass hat geschrieben:Vielen Dank und schau mal in den Musik Thread, Hab was hoch geladen. Hoffe ich zumindest....
Super.
Funzt. Läuft gerade im "Hintergrund" ... :D

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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von The Bishop » Fr 16. Dez 2011, 16:19

Exil Sils Maria ist übrigens eine Referenz auf Friedrich Nietzsche, der hat nämlich von 1881 - 1888 im schönen Ort Sils-Maria in der Schweiz gelebt, war dort sozusagen im Exil. "X" war also nur die Fortführung dieses Themas...
http://de.wikipedia.org/wiki/Sils_im_Engadin/Segl
:idea:
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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von Till » So 18. Dez 2011, 12:42

Ich war an diesem Haus. Hier ein Bild, was ich dort machte. Ich dachte natürlich dabei an KS. Aber auch an den Waldorf Blofeld, der beim Update Herrn Nietzsche zeigt. Ich denke, damit hat das Forum seinen Bildungsauftrag erfüllt.
Dateianhänge
P1030210.JPG
Nietzsche-Haus ins Sils-Maria am 7.02.2010
P1030210.JPG (211.27 KiB) 16182 mal betrachtet

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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von The Bishop » Mi 18. Apr 2012, 15:55

Wie haltet Ihr es eigentlich mit den Titeln der Irrlicht?

Ganz offiziell (LP-Cover/The Works) lauten die Titel ja:

1. Satz: Ebene
2. Satz: Gewitter [Energy Rise - Energy Collaps]
3. Satz: Exil Sils Maria


Man kann natürlich einfach sagen:

Ebene
Gewitter
Exil Sils Maria


Wobei es aber noch ein ganz anderes Stück namens Gewitter in der Historic Edition gibt.

Ich hab auch schon gesehen/gehört, dass manche die Zahlen weglassen:

Satz: Ebene
Satz: Gewitter [Energy Rise - Energy Collaps]
Satz: Exil Sils Maria


Wie haltet Ihr es? Was macht Sinn?
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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von Krass » Mi 18. Apr 2012, 17:08

Ich habe die Irrlich gerade wieder gehört.
Es ist wirklich unglaublich das dieses mit einfachsten Mitteln entstandene Werk eine Atmosphäre hat die ich an den neueren Werken vermisse.
Obwohl diese mit aufwendigster Technik eingespielt wurden.

Ich musste sie gleich noch mal hören.... :D

ich sage immer

Satz Ebene, Satz Gewitter......etc. :-)

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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von spooky » Do 19. Apr 2012, 09:11

Krass hat geschrieben:Es ist wirklich unglaublich das dieses mit einfachsten Mitteln entstandene Werk eine Atmosphäre hat die ich an den neueren Werken vermisse.
Ähnlich empfinde ich die Timewind...
Wahnfried 1883 hat eine unglaubliche Ausstrahlung...

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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von DerTiefStapler » Fr 27. Apr 2012, 12:43

Krass hat geschrieben:Ich habe die Irrlich gerade wieder gehört.
Es ist wirklich unglaublich das dieses mit einfachsten Mitteln entstandene Werk eine Atmosphäre hat die ich an den neueren Werken vermisse.
Obwohl diese mit aufwendigster Technik eingespielt wurden.
Wie vielleicht dem einen oder anderen hier bekannt, prouziere/spiel ich von Zeit zu Zeit selber Musik. Ich meine, gerade WEIL KS die einfachsten Mittel genommen hat
und sich somit seinem wichtigsten Instrument (dem Kopf respt. Fantasie) zuwenden mußte, wurde die Musik so gut und originär, wie sie bis heute wirkt.

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moon
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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von moon » So 10. Mär 2013, 03:14

"Das baut sich jetzt so langsam auf" (das legendäre Zitat von KS).

Ein zeitloses Meisterwerk. Und zwar mit und ohne Berücksichtigung der "damaligen Umstände". Hätte er das damals weggelassen und würde es heute - erzeugt mit heutigen technischen Mitteln - genau so wie es ist herausbringen, wäre ich genau so fasziniert. Dann wären 9 Punkte fällig; 1 Punkt Abzug wegen der wahnsinnigen Idee, heute noch auf Schnürsenkeln aufzuzeichnen. Habe es gestern morgen mal wieder gehört, es hat in all' den Jahren nichts verloren. So eine Stimmung "machen" kann nur KS bei mir.

Das ist nunmal Schulze, der muß wohl irgendeine besondere Form der "Resonanz" in meinem Hirn auslösen können - nein, erklären kann ich es gar nicht. Geändert hat sich daran weder in den >40 Jahren seines Schaffens noch den >30 Jahren meines Hörens etwas. "Shadowlands" funktioniert noch genauso wie "Irrlicht", obwohl da eigentlich nichts mehr vergleichbar sein sollte. Klar gab's in der Zwischenzeit mal Stücke oder gar ganze Platten, die nicht "funktionieren"... wär' ja auch seltsam, wenn's anders wäre...

Ist mir im Allgemeinen völlig wumpe, womit die Musik gemacht wurde - analog, digital, Wurschtblinker, entscheidend ist, was am Ohr ankommt. Wenn das heute so einfach sein soll, dank digitaler Technik, wo sind sie denn, die Hundertschaften genialer Musiker, die alle so faszinierende Musik machen wie KS? Nein, die Musik kam weder damals noch heute aus den Instrumenten heraus. Aus Instrumenten an sich kommen Geräusche. Ohne Inspiration wurde das damals und wird das heute nix.

Nun doch ein wenig die "damaligen Umstände" berücksichtigend, wären mindestens noch +X Punkte fällig für den Mut, Irrlicht als fast-Nobody als Erstlingswerk herauszubringen. Man kann's nicht vorher wissen, wer will denn SOWAS hören, wo ein Ton einfach so minutenlang "steht"? Nochmal eine beträchtliche Anzahl an Punkten für die bescheidenen vorhandenen technischen Möglichkeiten. Und überhaupt! :D Da ist doch was mit der Skala nicht in Ordnung, Cheffe ;)

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The Bishop
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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von The Bishop » So 10. Mär 2013, 16:10

moon hat geschrieben:Und überhaupt! :D Da ist doch was mit der Skala nicht in Ordnung, Cheffe ;)
Du meinst 1 bis 10 und dann noch mal 100 für die absoluten Meisterwerke? :mrgreen:

Ist mein Lieblingsalbum, bis heute. Und ich wage zu bezweifeln, dass Klaus es heute nochmal so hinbekommen würde, egal mit welchen Mitteln. So gesehen: zum Glück hatte er genau diese olle Orgel, diesen schrotten Verstärker und das bisschen elektrischen krimskrams, um genau dieses Album machen zu können. Hätte er schon einen Synthie gehabt, gäbe es diese IRRLICHT nicht... :o
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ambient
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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von ambient » Fr 19. Apr 2013, 17:14

Klaus Schulze
Spricht über „Irrlicht“ CD Nr.001 Digi Pack
Wem die Weltanschauung der `Kosmischen Musik` zu der Schulzes Werk zu zählen ist, zu diffus erscheint, der möge sich „Irrlicht“ anhören: Dies ist nicht vordergründige Popmusik.
(„ Tages-Anzeiger“/Schweiz, 15.August 1973)

„Irrlicht hat noch mehr mit der Musique concréte zu tun als mit der heutigen Elektronik, Ich hatte damals auch noch keinen Synthesizer. Ich besaß einen defekten Verstärker, den ich kurzgeschlossen hatte und der auch nur diese eine Platte durchgehalten hat – nach „Irrlicht“ war er ganz kaputt ! Wenn man den Volumen-Regler aufdrehte, machte er ein internes Feedback, einen Sinus, und mit dem Tremolo habe ich ihn zwitschern lassen. An den Rückkopplungen ist er kaputtgegangen. Auch die Orgel hatte ich modifiziert, damit sie nicht nach einer normalen Orgel klang. Und ich hatte einen Kassettenrecorder mit einem billigen Mikro. Damit bin ich in die FU (Freie Universität Berlin) gegangen, um das Orchester aufzunehmen. Die Aufnahmen habe ich mit ein paar Filtern verfremdet, damit es etwas eigenartig klingt.
Das Colloquium Musica Orchester war ein richtiges klassisches Orchester. Ich bin einfach zu einer ihrer Proben gegangen und habe gesagt: “Ich finde das ganz schön, was ihr hier macht, aber könnt ihr mal eine halbe Stunde was anderes spielen ? Ich mache gerade einen Platte“
Der Chef fragte: “Was wollen Sie denn haben ?“ „Ach,“ sagte ich, “das ist mir egal - spielen Sie irgendwas ! Ich will nur den Klang. Ich habe sowieso vor, das Band rückwärts laufen zu lassen.“ Er sagte: “Dann kommen Sie mal zu einer Probe, und nehmen Sie das auf !“ So hatte ich ein Orchester und brauchte es nicht mal zu bezahlen.
Dass „Irrlicht“ dann bei Ohr (Legendäres Krautrock-Label des Kölner Musikjournalisten/Konzertpromoters Rolf-Ulrich Kaiser und des Berliner Musikverlegers Peter Meisel)herauskam, war Zufall. Wir waren auf einem Konzert von Pink Floyd in der Mensa der TU (Technische Universität Berlin) – ihre frühe Phase mit Wahnsinnsstücken wie „Careful with That Axe, Eugene“. Alle Berliner Freaks waren natürlich da, auch Edgar Froese und ich, Irgendwann sagte Edgar zu mir: „Übrings, das Band wir Aufgenommen haben, kommt jetzt als Platte heraus.“ Er meinte die „Electronic Meditation“ (erstes Tangerine Dream –Album, 1970) – als sie erschien, war ich gar schon gar nicht mehr bei TD. Ich sagte:“Wo denn ?“ Er sagte:“Bei Ohr.“ Da habe ihn jemand angesprochen, und ich müsste auch hin, um den Vertrag zu unterschreiben. So kam ich zu Ohr. Als ich dann „Irrlicht“ machen wollte, meinte Kaiser:“Die Platte gehört mir, du hast unterschrieben.“ Dass ich nur für TD unterschrieben hatte, interessierte ihn nicht. Aber es war mir auch egal. Ich war froh, dass „Irrlicht“ überhaupt herauskam. Jede andere Firma hätte mich mit der Platte warscheinlich wieder nach Hause geschickt.
In dieser Hinsicht hat sich Kaiser also schon große Verdienste erworben, denn er hat die ausgeflipptesten Sachen veröffentlich und an die Musik auch wirklich geglaubt. Der Werbe-Hype, den er betrieben hat – von wegen „Kosmische Kuriere“, ha ha ! - , war natürlich hanebüchen, Genauso wie die LSD-Trips, die seine Freundin Gille(Lettmann) im Studio ständig ausgeteilt hat ! wir waren ja alle auf Trips, und so klangen auch manche Platten – nach dem Motto“...denn sie wissen nicht, was sie tun“(deutscher Titel des James-Drean-Film „Rebel Without A Cause“). Nach den Aufnahmen wusste keiner mehr, wer welches Instrument gespielt hat. Ich kann mich nur noch dunkel erinnern, dass ich mal mit dem (Tangerine-Dream-Mitglied) Peter Baumann stundenlang vierhändig Klavier gespielt habe – was zum Glück nie auf Platte erschienen ist. Andereseits hat es Kaiser geschafft, dass sogar die Medien in den USA auf seinen Hype angesprochen sind. Wenn er nicht so plakativ gearbeitet hätte, sondern so seriös, wie Edgar und ich an die Musik herangingen, hätte sich sicher kein Mensch für uns interessiert. Dafür muss man Kaiser im Nachhinein doch noch einen kleinen Dank rübereichen.
Zum Bonustrack“Dungeon“ hat (Klaus D.)Müller in diesem Booklet schon alles gesagt. Ich kann nur sagen, dass es mit Sicherheit eine Studioaufnahme ist. Im Zweifelsfall hat Müller sowieso immer Recht – keiner kennt ja mein Ceuvre so gut wie der Kollege Verleger.

(Alle Zitate stammen aus einem Interview, das der Bonner Musikjournalist Albrecht Pilz im November 2005 exklusiv für diese Edition mit Klaus Schulze geführt hat.)
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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von spooky » Mi 7. Aug 2013, 12:51

Durch Zufall ist mir eine alte Ausgabe der KS nicht immer wohl gesonnenen Musikzeitschrift
musikexpress in die Hände gefallen, in denen die Redaktion die 50 legendärsten Alben der
Musikgeschichte vorstellt und die Irrlicht ist dabei...
Unter der Überschrift "Legendärer Ambient-Vorläufer - ganz ohne Synthesizer" hat Musikjournalist
Albert Koch eine kurze Story zum Alben verfasst...

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Re: Irrlicht (1972)

Beitrag von The Bishop » Do 8. Aug 2013, 01:55

spooky hat geschrieben:Durch Zufall ist mir eine alte Ausgabe der KS nicht immer wohl gesonnenen Musikzeitschrift
musikexpress in die Hände gefallen, in denen die Redaktion die 50 legendärsten Alben der
Musikgeschichte vorstellt und die Irrlicht ist dabei...
Unter der Überschrift "Legendärer Ambient-Vorläufer - ganz ohne Synthesizer" hat Musikjournalist
Albert Koch eine kurze Story zum Alben verfasst...
Scan doch mal ein und schick es mir... :mrgreen:
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